Kreative Artikel zum Thema Quilten

Ausstellungstipps Juli 2019

Auf den zweiten Blick
Bauhaus-Stoffe als Inspiration

Das Bauhaus, dessen 100-jähriges Gründungsjubiläum 2019 gefeiert wird, hat einen herausragenden Platz in der Designgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Weberei, die am längsten existierende und erfolgreichste Bauhaus-Werkstatt, setzte entscheidende Impulse für die Entwicklung und Professionalisierung des Textildesigns.

Einladung

Gunta Stölzl (1897–1983), die am Bauhaus in Weimar studierte und von 1927 bis 1931 als erste Meisterin die Webereiwerkstatt in Dessau leitete, hat eine umfangreiche Sammlung von Entwürfen, Zeichnungen und Arbeitsproben hinterlassen. Davon inspiriert, haben Studierende der Universität Osnabrück, begleitet von der Textildesignerin Lucia Schwalenberg, eine exklusive Kollektion von Wolldecken geschaffen, die auf dem 100 Jahre alten Jacquardwebstuhl im Museum gewebt werden. Der gesamte Prozess – vom Entwurf, über die Patronenzeichnung und das Schlagen der Lochkarten bis zum Weben – kann in der Ausstellung und im authentischen Maschinensaal des Museums mitverfolgt werden.

Wolldecke nach einem Entwurf von G. Stölzl
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto: Fotostudio Kröger, freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Wolldecken gehörten neben Teppichen, Möbelbezugsstoffen und anderen Heimtextilien zu den typischen Produkten der Bauhaus-Weberei. Stoffe für modische Kleidung hingegen schienen am Bauhaus kaum eine Rolle zu spielen. Doch auch hier lohnte sich ein zweiter Blick. Die Positionen etwa der Bauhaus-Meisterin Lilly Reich oder RéSoupault, die am Bauhaus studiert hatte, zum Thema Schnitte und Stoffqualität, Massenproduktion und Modeindustrie sind erstaunlich aktuell. Ein Transformationskleid, wie es RéSoupault 1930 entwarf, könnte heute noch manches Problem im überfüllten Kleiderschrank lösen. Die Textil- und Bekleidungswissenschaftlerin Annette Hülsenbeck, die Künstlerin Hiltrud Schäfer und ihre Studierenden haben sich mit dem Thema Bauhaus-Mode experimentell auseinandergesetzt. ‘Auf den zweiten Blick’ wurden Modeentwürfe und Statements von Bauhäuslerinnen entdeckt und Neuinterpretationen erprobt

Der Jacquard-Webstuhl besteht aus zwei Teilen: dem Jacquard-Aufsatz und dem Webstuhl.
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto: Lucia Schwalenberg , freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Der Ausstellung gingen viele Monate der Vorbereitung voraus. Schliesslich sollten erstmals in der Geschichte des Museums selbst geschlagene Muster gewebt werden. Die dafür nötige Maschine zum Schlagen der Lochkarten stand schon lange in der Ausstellung, wurde aber noch nie benutzt. ‘Dass diese Maschine zum Jacquardwebstuhl passt, ist wie ein Sechser im Lotto’, freute sich Textildesignerin Lucia Schwalenberg über das Ergebnis des Gutachtens.

Der Jacquard-Aufsatz steuert über Lochkarten das Anheben und Absenken der Kettfäden.
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Während die Maschine repariert und die Museumsmitarbeiter geschult wurden, arbeiteten die Studierenden an der Universität Osnabrück mit den Entwürfen von Gunta Stölzl. Bereits im Juli 2018 hatte Museumsleiterin Kerstin Schumann mit Annette Hülsenbeck und Lucia Schwalenberg von der Universität Osnabrück im Archiv der Stölzl-Tochter Monika Stadler in Groningen passende Musterproben ausgewählt, die nun von den Studierenden nachgearbeitet, neu interpretiert und den technischen Gegebenheiten des Jacquardwebstuhls im Museum angepasst wurden. ‘Was die Studierenden hier in relativ kurzer Zeit geschaffen haben, ist wirklich erstaunlich’, zeigte sich die Museumsleiterin begeistert von der Qualität der kreativen Entwürfe.

L. Schwalenberg, A. Torres, V. Leismann
Die nach einer Musterzeichnung (Patrone) auf einer Kartenschlagmaschine angefertigten und …
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Nun konnten sich die Museumstechniker Antonio Torres und Volker Leismann in hochkonzentrierter Arbeit daran machen, die Entwürfe Gunta Stölzls und der Osnabrücker Studierenden in Jacquardpappen zu schlagen. Schussreihe für Schussreihe müssen je 400 Positionen von der Patrone abgelesen und die Bindungspunkte in Lochungen übertragen werden.

… zu einem Kartenlauf verbundenen Lochkarten …
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Anschliessend werden die Kartenläufe am Nähbrett zusammengenäht und in das Jacquardprisma eingehängt.

Kartenlauf
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto: Hermann Pentermann, freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Für alle Beteiligten war es ein beglückender Moment, als die ersten Kartenläufe schliesslich das richtige Musterbild ergaben, manchmal noch korrigiert werden mussten, manchmal auch auf Anhieb klappten.

… werden in den Aufsatz eingehängt.
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Seit einigen Wochen entstehen nun Plaids und Schals aus Merinowolle in verschiedenen Mustern und Farbstellungen auf dem Jacquard- und dem Schaftwebstuhl. Sie werden exklusiv zur Ausstellungseröffnung im Museumsshop als Kollektion erhältlich sein. Ein neues Sortiment für das Museum.

Fertig gewebte Wolldecke nach einem Entwurf von G. Stölzl
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Eine neue Erfahrung auch für Besucher und Besucherinnen, die den Weg von der Inspirationsquelle, dem Entwurf, dem Kartenschlagen bis zum Weben und dem fertigen Produkt in einer anschaulichen Einheit nachvollziehen können. Ein Grossteil der Wollgarne für die Produktion wird auf museumseigenen Maschinen, wie den Krempelmaschinen und dem Selfaktor, hergestellt.

Wolldecken
Ausstellung ‘Auf den zweiten Blick’
Foto: Ralf Orlowski, freundlicherweise vom TMB zur Verfügung gestellt

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Fach Textiles Gestalten der Universität Osnabrück und wird von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Kreissparkasse Bersenbrück, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. sowie dem Förderverein Tuchmacher Museum Bramsche e.V. gefördert.

Weitere Infomationen zu Gunta Stölzl findet man in den Ausstellungstipps August 2019 im Beitrag über die Ausstellung ‘Gunta Stölzl – 100 Jahre Bauhaus-Stoffe’ im Groninger Museum.

Info:

6. Juli – 8. September 2019

Auf den zweiten Blick
Bauhaus-Stoffe als Inspiration

Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6
49565 Bramsche
Deutschland

www.tuchmachermuseum.de

Ausstellungseröffnung:
Fr, 5. Juli 2019, 19 Uhr

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Textile Kultur Haslach und ETN-Konferenz 2019

In diesem Sommer gibt es – wie bereits angekündigt – für Textilinteressierte in Haslach (Österreich) ein besonders vielfältiges Programm: Neben dem dreiwöchigen Sommersymposium mit Kursen, Ausstellungen und Webermarkt wird zeitgleich auch die Konferenz des Europäischen Textilnetzwerks (ETN) dort stattfinden.

Logo

Vom 28. – 31. Juli 2019 findet die grosse ETN-Konferenz statt, zu der ein internationales Fachpublikum und viele Textilbegeisterte ins österreichische Mühlviertel kommen werden. Das ETN ist eine internationale Vereinigung, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit dem Ziel gegründet wurde, die Barrieren zwischen Ost und West durch kulturellen Austausch abzubauen und das Zusammenwachsen Europas durch neue textile Verbindungen zu fördern. Mehr denn je erscheint es heute notwendig, diesen Faden weiterzuspinnen und neue Ideen für die Zukunft zu entwickeln.

Die ETN-Tagung findet alle zwei Jahre statt und führt Textilschaffende, – künstler*innen, -lehrende und –wissenschafter*innen aus vielen europäischen und aussereuropäischen Ländern zusammen. Es werden Referenten*innen aus der ganzen Welt erwartet. Bereits in der Woche vor der Konferenz werden bei insgesamt 27 Kursen viele Konferenzteilnehmer*innen anwesend sein und bei einem der internationalen Kursleiter*innen einen Workshop belegen.

Das Motto der Konferenz und des Textilsommers 2019 lautet ‘Garden of Eden’ und spannt einen breiten Bogen von kulturgeschichtlichen Themen bis hin zu gesellschaftlich aktuellen Fragen. Dieses vielschichtige Thema wird nicht nur bei den Vorträgen, sondern auch bei zahlreichen Ausstellungen aufgegriffen, die in der ganzen Region zu sehen sein werden und öffentlich zugänglich sind.

Als besonderes Highlight gilt die grosse Gruppenausstellung ‘Garden of Eden’ in Schloss Neuhaus, für die sich über 450 internationale Textilkünstler*innen um die Teilnahme bewarben.

Raija Jokinen, FI: A Treasure
Garden of Eden
Foto: R. Jokinen , freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Eine Fachjury wählte auf Basis der Einreichungen die besten Arbeiten aus, die in den bezaubernden gotischen Räumen des Schlosses, hoch über der Donau, bestaunt werden können.

Beatrix Kaser, AT: One are Two
Garden of Eden
Foto: B. Kaser, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Diese Arbeiten sind sehr unterschiedlich was die verwendeten Techniken und Materialien betrifft und setzen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem ‘Garten Eden’ auseinander, so dass sich ein vielfältiger Blick auf das Thema ergibt.

Monika Rauh, DE: laubwerk / leafage
Garden of Eden
Foto: M. Rauh, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Zusätzlich zu den jurierten Arbeiten wurden einige namhafte Künstler*innen persönlich eingeladen, mit einem Werk an der Ausstellung teilzunehmen.

Severija Incirauskaite-Kriauneviciene, LT: National Currency
Garden of Eden
Foto: Modestas Eszerskis, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Der Besuch der Ausstellung eröffnet einen grosszügigen Überblick über die aktuellen Strömungen im Bereich der Textilkunst und präsentiert Arbeiten von Künstler*innen aus 34 Nationen.

Kadipuu, EE: The Snowberry Bush
Garden of Eden
Foto: Marilyn Piirsalu, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In der Galerie HeimART in Neufelden sind Arbeiten der österreichischen Künstlerin Tanja Boukal (der wir hier im Blog schon an dieser Stelle begegnet sind) in ihrer Ausstellung ‘Where Flowers Bloom’ zu sehen. Sie setzt sich in ihren Werken mit Migration und Fragen der Menschenwürde auseinander – ein weiterer, brandaktueller Aspekt, der mit dem Thema ‘Garten Eden’ in Beziehung steht.

Tanja Boukal
Where Flowers Bloom
Foto: T. Boukal , freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Tanja Boukal ist unterwegs zu den Krisenherden dieser Welt. Immer wieder hält sie sich in Flüchtlingslagern oder Kriegsgebieten auf und teilt ihre Zeit mit Menschen in Extremsituationen. Die Eindrücke und Fotos, die dabei entstehen, verarbeitet sie auf vielfältige Weise in ihren Werken. Sie verfügt dabei über ein grosses Repertoire an handwerklichen Fertigkeiten und setzt traditionelle, oft äusserst zeitintensive Textiltechniken wie Sticken oder Stricken ebenso ein wie neue Technologien, auf die sie spielerisch zugreift.

Tanja Boukal
Where Flowers Bloom
Foto: T. Boukal , freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Tanja Boukals Arbeiten faszinieren durch die teilweise fotorealistische Kraft der Umsetzung. Sie bilden Schicksale, Portraits und beklemmende Situationen ab, die zwar schonungslos gezeigt, gleichzeitig aber nicht zur Schau gestellt werden. Durch die teils monatelange Arbeit, die in ihnen steckt, bekommt die Kürze des Augenblicks, in dem das Foto aufgenommen wurde, eine ewige Note. Die Länge des Herstellungsprozesses seziert die Geschehnisse in einzelne Stiche, Maschen oder Schusseinträge, so dass Arbeiten entstehen, die unter die Haut gehen und Tiefen freilegen, die sich hinter der Summe all dieser einzelnen Augenblicke verbergen.

Tanja Boukal
Where Flowers Bloom
Foto: T. Boukal , freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

In Haslach finden gleich mehrere Ausstellungen statt:

Im Haslacher Kirchturm wird in der Schau ‘Before Cotton’ eine herausragende Sammlung japanischer Textilien ausgestellt, allesamt hergestellt aus längst vergessenen Fasern, die vor dem Siegeszug der Baumwolle zum Einsatz kamen.

Before Cotton
Foto: Chu Fujiwara, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Essen. Kleidung. Schutz. Diese drei Grundelemente des menschlichen Lebens haben in Japan eine besondere Bedeutung, denn hier war das Leben lange Zeit ein Kampf ums Überleben. In den Museen sind viele Artefakte der privilegierten Klasse erhalten und dokumentiert. Wegen ihrer wunderbaren Muster, komplexen Techniken und edlen Materialien wurden diese japanischen Textilien weltweit berühmt, doch sie repräsentieren nicht die Gesamtheit der japanischen Textilkultur.

Before Cotton
Foto: Chu Fujiwara, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Was weiss man von den Kleidern der ärmeren Menschen, die ihr Leben mit einfachen Mitteln und Materialien aus ihrer unmittelbaren Umgebung bewerkstelligen mussten? Über ihren Alltag ist nur wenig bekannt und es blieben wenige Belegstücke erhalten, denn diese Textilien wurden oft bis zum vollständigen Verschleiss benutzt und von den Forschern als wenig kostbar erachtet.

Before Cotton
Foto: Chu Fujiwara, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Oft wird angenommen, dass die einfachen Leute schon vor langer Zeit Kleidung aus Baumwolle trugen, doch tatsächlich stand dieses Material erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts einer breiteren Bevölkerungsschicht zur Verfügung. Aus welchen Fasern erzeugten also die Menschen vor der Einfuhr der Baumwolle ihre Kleider und Textilien für den täglichen Bedarf? Die Antwort liegt in den wilden Bäumen und Pflanzen, die in den japanischen Bergen und auf den Feldern wachsen: Papiermaulbeerbäume, Linden, Ulmen, Glyzinien, Bananensträucher, Hanf, Ramie und Brennnessel. Diese archaischen Fasern wurden nachweislich schon vor über 5.000 Jahren in Japan gesammelt und zu Stoffen verwebt. Ihre Herstellung erforderte sehr viel Zeit, Geduld und Hingabe. Die Ausstellung in Haslach zeigt die Vielfalt dieses japanischen ‘Garten Edens’ anhand eindrucksvoller Beispiele.

Die Galerie im Gwölb zeigt ‘Aus dem Paradies’ von Marga Persson, einen Einblick in ihre textilen und grafischen Arbeiten. Die in Schweden geborene und seit langem in Österreich lebende Künstlerin, die vor allem wegen ihrer beeindruckenden Tapisserien bekannt ist, war vielen Jahre Leiterin der Textilstudien an der Kunstuniversität Linz.

Gina Ballinger zeigt ‘Art of the Stitch’ in der Galerie Hain. Die kalifornische Künstlerin lebt seit 1970 in Österreich. Sie erzählt ihre Geschichten in Form von feinteiligen, detailreichen Stickereien.

Bereits seit 10. Mai 2019 wird – wie berichtet – im Textilen Zentrum Haslach die ‘7. Europäische Quilt Triennale’ gezeigt.

Jutta Kohlbeck: Topogravity
7. Europäische Quilt Triennale
Foto: J. Kohlbeck, freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Diese internationale Wanderausstellung, die hochkarätige textile Kunst aus mehreren Ländern präsentiert, ist noch bis 30. Oktober 2019 im Sonderausstellungsraum des Textilen Zentrums Haslach zu sehen.

Die wichtigsten Termine auf einen Blick:

14. Juli 2019: Eröffnung des Sommersymposiums
15. – 19. Juli 2019: Erste Kurswoche
22. – 26. Juli 2019: Zweite Kurswoche
Mi, 17. Juli 2019: Eröffnung der Ausstellungen in Neufelden und Schloss Neuhaus
27./28. Juli 2019: Webermarkt und Faserzone in Haslach (im Ortsteil ‘Auf der Stelzen’)
Sa, 27. Juli 2019, 20 Uhr: Festakt und Eröffnung der ETN-Konferenz (öffentliche Veranstaltung)
28. – 31. Juli 2019: ETN-Konferenz in Haslach

Info:

18. Juli – 4. August 2019
Garden of Eden
Schloss Neuhaus
Neuhaus an der Donau
4114 St. Martin im Mühlkreis

Einladung zur Eröffnung

 

18. Juli – 4. August 2019
Tanja Boukal – Where Flowers Bloom
Galerie HeimART
Unternberg 4
4120 Neufelden

Einladung zur Eröffnung

 

19. Juli – 11. August 2019
Before Cotton
Haslacher Kirchturm
Kirchenplatz 1
4170 Haslach

13. Juli – 11. August 2019
Marga Persson – Aus dem Paradies
Galerie im Gwölb
Marktplatz 15
4170 Haslach

Einladung zur Eröffnung

 

16. – 29. Juli 2019
Gina Ballinger – Art of the Stitch
Galerie Hain
Sternwaldstrasse 10
4170 Haslach

11. Mai – 30. Oktober 2019
7. Europäische Quilt-Triennale
Sonderausstellungsraum im Textilen Zentrum Haslach
Stahlmühle 4
4170 Haslach

Veranstalter:

Textile Kultur Haslach
Stahlmühle 4
4170 Haslach
Österreich

www.textile-kultur-haslach.at
www.gardenofeden2019.org
www.textiles-zentrum-haslach.at

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Angelehnt: Linse – Nadel – Pinsel
Franziska Reisen-Veith, Isabelle Wiessler, Berhard Veith

Ab dem 3. Juli 2019 zeigt der kunstverein gundelfingen e.V. die Gemeinschaftsausstellung ‘Angelehnt: Linse – Nadel – Pinsel’ mit ca. 30 Werken von Franziska Reisen-Veith, Isabelle Wiessler und Berhard Veith. Franziska, Isabelle und Bernhard haben sich zusammengetan um Strukturen aus der Natur darzustellen. Franziska und Isabelle lehnen sich an Bernhards Fotografien an und interpretieren mit ihren Techniken ihre Sichtweise.

Plakat

Bernhard:
Die kleinen, scheinbar unscheinbaren Dinge entdecken und mit einer spiegellosen Systemkamera oder dem Smartphone Strukturen in der Natur überwiegend im Format 16:9 festhalten. Dabei kommt es ihm vor allem an auf

  • Minimalismus: Konzentration auf Einzelheiten, Beachtung von Kleinigkeiten, von unscheinbaren Dingen, Suche von Farben und Mustern, grafische Elemente
  • Wahrnehmung: Kontext reduzieren, Abweichen von den Sehgewohnheiten

Berhard Veith: Foto
Foto freundlicherweise von den Künstlern zur Verfügung gestellt

Franziska:
Die Malerin arbeitet mit Acrylfarben, wobei auch Materialien wie Bast, Marmormehl und Papier Anwendung finden.

Franziska Reisen-Veith: Gemälde
Foto freundlicherweise von den Künstlern zur Verfügung gestellt

Isabelle:
Die Künstlerin im Bereich Mixed-Media besitzt eine Leidenschaft für Textur, Oberflächengestaltung und Fläche. Was Isabelle daran fasziniert, sind die vielfältigen Wege, mittels Nähen und Sticken Linien, Formen und Strukturen in ihre Bilder zu geben und somit eine ‘dritte Dimension’ zu schaffen.

Isabelle Wiessler: Textil
Foto freundlicherweise von den Künstlern zur Verfügung gestellt

Konzept:
In der Ausstellung sollen jeweils die drei Sichtweisen auf einer Stellwand gezeigt werden. Da jedoch nicht alle Fotografien sowohl von Franziska als auch von Isabelle interpretiert werden, gibt es auch einige Stellwände nur mit einem Foto und einer Interpretation.

Berhard Veith: Foto
Foto freundlicherweise von den Künstlern zur Verfügung gestellt

 

Isabelle Wiessler: Textil
Foto freundlicherweise von den Künstlern zur Verfügung gestellt

Es verspricht, eine spannende Ausstellung zu werden!

Info:

3. – 31. Juli 2019

Angelehnt: Linse – Nadel – Pinsel
Franziska Reisen-Veith, Isabelle Wiessler, Berhard Veith

kunstverein gundelfingen e.V.
Rathaus-Foyer
Alte Bundesstrasse 31
79194 Gundelfingen
Deutschland

www.kunstverein-gundelfingen.de
www.isabelle-wiessler.de

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Die fabelhafte Welt der Tita

Das Museum Boppard zeigt derzeit eine bemerkenswerte Ausstellung, eine ‘Ausstellung mit Glücksgarantie’, die Lebenshilfebücher, Lachyoga und die Suche nach Lebenssinn vergessen lässt: ‘Die fabelhafte Welt der Tita’.

Plakat

Die Holzschnitte von Tita do Rêgo Silva, auf Papier oder Textil gedruckt, verkörpern bunte brasilianische Lebenslust. ‘Manchmal stehen Leute kichernd vor den Fenstern meines Ateliers’, sagt die Wahl-Hamburgerin …

Tita do Rêgo Silva
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… mit einer Mischung aus Freude und Verwunderung. ‘Dabei wollte ich mit dem, was ich mache, ursprünglich nur ein bisschen Heimat mit nach Deutschland holen.’

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In seiner Einführungsrede taucht Rainer B. Schossig tief in die phantastische und farbenfrohe Welt der Brasilianerin Tita do Rêgo Silva, die seit über dreissig Jahren in Norddeutschland lebt und arbeitet, ein: Es sei ‘ein unglaubliches, ordentliches Tohuwabohu von Mischwesen’ entstanden.

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Gekrönte und gehörnte Häupter, aufreizend, bunte, langbeinige Gestalten mit zarten Flügeln und hübschen Ringel-Schwänzen, Schlapp-Ohren und Glubsch-Augen bevölkern Tita’s Bilder. Ihre Technik scheint einfach: sie schneidet in Holz, druckt auf Papier. Kleines und Vieldeutiges, dann wieder Grosses und Ernstes und dazwischen jede Menge Lustiges, Phantastisches. Vieles kommt …

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… aus ihrer Kindheit von jenseits des Atlantik: Himmlische Tänzerinnen in orangenen Gewändern, exotische Fisch-Wesen, dunkle Teufels-Kerle mit Pferdefuss im Frack, auf der Kippe zwischen Mensch und Tier. Tita’s Garten Eden, zusammen gewürfelt aus Tagtraum und Erinnerung ans Kinderland.’

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Tita inszeniere den Karneval der Tiere, alles sei ausser Rand und Band, wobei Titas Imagination weit über die Tierwelt hinausgehe: ‘Luftschloss und Arche Noah, Narrenschiffe, UFOs und Coca Cola-Automaten möblieren die Welt, ein interkulturelles Phantasia-Land,’ befindet Schossig und stellt dann die interessanten Fragen: ‘Wie macht die Künstlerin das, woher kommt es, und wo hinaus soll es führen?’

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Antwort des Kunstkritikers und Autors lautet: ‘Tita do Rêgo Silvas Phantasie sprüht wie ein bunt schillernder Wasserfall von unendlich vielen Geschichten, deren Schauplätze dauernd wechseln. Private Treffs, politische Demonstration absurde Prozessionen, zu Polka, Trauermarsch oder Samba. Der Traum wird Spiel, Rituale zu realen Bildern. Bei Tita …

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… ist das kein niedliches ‘Multikulti’, sondern Herausforderung des Fremden als des Anderen, das wir selber in uns tragen. Als visuelle Botschafterin globaler Phantasie bringt Tita zurück, was einst schwarze Sklaven – aber auch seefahrende Europäer – quer über den Atlantik …

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

… nach Brasilien brachten. So können wir uns im scheinbar Fremden der Bilder von Tita do Rêgo Silva bestürzt wiedererkennen – wenn wir richtig hinschauen! Und dazu fordern Titas Bilder heraus.’

Tita do Rêgo Silva – Ausstellung ‘Die fabelhafte Welt der Tita’
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Lebenslust, die Ausstellungsbesuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubert, kommt auch im TV-Bericht von Anika Keil anlässlich der Vernissage zum Ausdruck – eine abschliessende Empfehlung zum Anschauen.

Info:

5. Mai – 25. August 2019

Die fabelhafte Welt der Tita

Museum Boppard
Kurfürstliche Burg
Burgplatz 2
56154 Boppard am Rhein
Deutschland

www.museum-boppard.de
www.titadoregosilva.de

Ausserdem:

Einladung

Vom 13. Juni – 6. Juli 2019 stellt Tita do Rego Silva unter dem Titel ‘Willkommen im Bunt! – 25 Jahre Atelier Tita do Rego Silva im Haus für Kunst und Handwerk – Koppel 66’ im Kunstforum der GEDOK Hamburg aus.

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Le Mur et l’Espace

Die Fondation Toms Pauli (Lausanne/Schweiz), vertreten durch die Kuratoin Giselle Eberhard Cotton und die Cité internationale de la tapisserie (Aubusson/Frankreich), vertreten durch den Kurator Bruno Ythier, präsentieren in diesem Sommer vom 29. Juni – 6. Oktober 2019 in Aubusson eine Ausstellung, die den ersten Biennalen von Lausanne (1962–1969) und den Umwälzungen gewidmet ist, die diese Veranstaltungen in Europa und weltweit in der Kunst der Tapisserie auslösten.

Plakat

‘Le Mur et l’Espace’ vereint etwa 35 grossformatige Werke aus angesehenen europäischen und nordamerikanischen Sammlungen. Diese (wieder) zu entdeckenden Arbeiten von Künstler*innen wie Abakanowicz, Adams, Brennan, Delaunay, Giauque, Le Corbusier, Picasso, Rousseau-Vermette und Yoors sind dieselben, die in den 1960er Jahren im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne zu sehen waren.

Die 20. Jahrhundert-Sammlung der Fondation Toms Pauli ist mit fünf Werken von Buić, Chevalley, Jobin, Lindgren und Lurçat vertreten, welche die Besucher*innen der Biennalen beeindruckt hatten.

Arthur Jobin, Suisse (1927-2000): Cathédrale psychédélique, 1969
Flachgewebe, Wolle, Acrylmalerei, Leder, 600 x 320 x 320 cm
Ausführung : Claire Jobin
4 Biennale de Lausanne, 1969
Fondation Toms Pauli, Lausanne, inv. FTP206
Foto: Arthur Jobin, freundlicherweise von der Cité internationale de la tapisserie zur Verfügung gestellt

‘Cathédrale psychédélique’ (Psychedelische Kathedrale), ein riesiges gewebtes Bauwerk des Schweizer Paars Arthur und Claire Jobin, wird während der ganzen Aussstellungszeit in der Empfangshalle der Cité internationale de la tapisserie gezeigt.

Meine Empfehlung: Lesen Sie dazu bitte auch meinen Beitrag aus dem Jahr 2016 ‘Tapisseries Nomades’.

Ein ausführlicher Bericht ist in Arbeit.

Info:

29. Juni – 6. Oktober 2019

Le Mur et l’Espace.
Séismes dans la tapisserie aux Biennales internationales de Lausanne 1962-1969

Cité internationale de la tapisserie
Centre culturel et artistique Jean-Lurçat
Avenue des Lissiers
23200 Aubusson
Frankreich

www.cite-tapisserie.fr
www.toms-pauli.ch

Vernissage:
Sa, 6. Juli 2019, 16 Uhr

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Fast nichts
Schmuck und Gefässe von Ulla und Martin Kaufmann

Seit fast 50 Jahren fertigen Ulla und Martin Kaufmann Schmuck und Designgegenstände. Sowohl ihre Schmuckstücke als auch ihre Objekte wurden mehrfach ausgezeichnet und sind in den grossen deutschen und internationalen Museen zu finden. Ob Kerzenständer, Besteck, Halsschmuck oder Ringe: Das Paar entwickelt einzigartige Silber- und Goldschmiedearbeiten aus einfachen Formen, die sie zur Perfektion bringen. Ein Querschnitt durch ihr reiches Schaffen wird ab 13. Juli 2019 im Schmuckmuseum Pforzheim innerhalb der Dauerausstellung | Moderne Sammlung zu sehen sein.

Plakat

Beide sind 1941 in Hildesheim geboren und haben eine Ausbildung zu Silber- und Goldschmieden absolviert. Nach Aufenthalten in Norwegen und Frankreich leben und arbeiten sie seit 1970 in ihrer Heimatstadt Hildesheim als freischaffende Goldschmiede. ‘Wir werden oft gefragt, wer von uns welchen Part übernimmt, aber das kann man gar nicht genau sagen. Die meisten Objekte entstehen wirklich von Anfang bis Ende zusammen. Das ist manchmal ein langwieriger Prozess. Wir reisen viel, interessieren uns für Architektur und Kunst, besuchen viele Ausstellungen, das alles prägte unsere Arbeiten. Wir beschäftigen uns sehr viel mit dem Thema Innen und Aussen und haben dadurch ganz neue Techniken entwickelt’, erläutert Martin Kaufmann.

Schale ‘AUS DEM KREIS’
Silber
Ulla + Martin Kaufmann, 2003
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund
Foto: H.P. Hoffmann, freundlicherweise vom schmuckmuseum pforzheim zur Verfügung gestellt

Die Schmuckstücke sind formal präzise, handwerklich auf höchstem Niveau und ohne Schnörkel zur absoluten Reduktion geführt. ‘Es war uns von Anfang an lästig, Verschlüsse zu machen. Wir wollten die gleiche Qualität des Tragens der Schmuckstücke, aber eben ohne einen Verschluss’, erinnert sich Ulla Kaufmann an die Anfänge. Im Lauf der Zeit entstand die Idee der Bänder. Beide haben lange daran getüftelt, Stücke aus einem Band zu entwickeln. Der preisgekrönte Halsreif ‘Fast nichts’ schmiegt sich wie ein mehrfach geschwungenes Band um den Hals und hält ohne zusätzlichen Verschluss allein durch die Form seiner Biegung. Das Metall wurde mit einer exakt erforderlichen Spannung zu einer Spirale geschmiedet. Ein Wechselspiel von Innen und Aussen, Raum und Fläche, aus Schwung, Kurve, Kraft und Haltung prägt diese Arbeiten. Es gelang den beiden, sehr filigrane Schmuckstücke herzustellen. Sie verarbeiten sehr dünne Bänder von bis zu 0,24 Millimetern bei gleicher Qualität – und die Stücke bleiben trotzdem in Form.

Halsreif ‘FAST NICHTS’
Gold
Ulla + Martin Kaufmann, 1999
GRASSI Museum, Leipzig
Foto: Quilitz, freundlicherweise vom schmuckmuseum pforzheim zur Verfügung gestellt

‘Das extreme Schmieden bedeutete einen Bruch mit herkömmlichen Methoden’, erläutert Ulla Kaufmann und ergänzt: ‘Wir entwickeln Formen aus unserem Leben heraus und haben uns schon früh von traditionellen Denkweisen gelöst. Aus dem Band ist vieles entstanden, auch Design. Die Tendenz zur Einfachheit zieht sich durch unser Werk. Das Betrachten der Skulpturen von Richard Serra hat uns sicherer gemacht, sein Umgang mit Raum, Form, Bogen, Torus und Kugel begeistert uns. Daneben sind noch die Bildhauer Eduardo Chillida und Donald Judd für unser Werk wichtig.’

Firmen wie Zwilling oder Wilkens kamen auf das Paar zu und baten um Entwürfe von Küchengeräten und Besteck. Also beschäftigten sich die Kaufmanns mit Besteck aus Edelstahl und Geräten aus Messing. Die Besteck-Serien ‘Palladio’ und ‘Passione’ wurden für hohe Designqualität ausgezeichnet.

Besteck ‘PALLADIO’
Silber
Ulla + Martin Kaufmann, 1986
Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt
Foto: M. Hoffmann, freundlicherweise vom schmuckmuseum pforzheim zur Verfügung gestellt

Doch die grösste Faszination geht für beide von den Materialien Gold und Silber aus. Martin Kaufmann arbeitet gerade an einem eher architektonischen Schmuckstück, einer grossen Goldkette mit Kuben, die durchaus ein Gewicht hat, aber dennoch gut tragbar ist und auch in der Ausstellung in Pforzheim zu sehen sein wird. Gezeigt werden ausserdem professionelle Schwarz-Weiss-Fotografien, auf denen Schmuckstücke der Kaufmanns an unterschiedlichen Personen zu sehen sind und wie sie getragen wirken.

Edel, schwungvoll und sehr sinnlich wirken diese Schmuckstücke und sind in ihrer Schlichtheit dennoch niemals nüchtern. Sie sind eine Hommage an das Material, an die Handwerkskunst, an die reine Schönheit geschmiedeter Bänder, an deren Verlauf, deren Schwung, deren Form. Schon die Namen der einzelnen Stücke sprechen Bände, wie die preisgekrönten Ohrringe ‘Aus dem Kreis’, der Armreif ‘Spirale’ oder die Ringe ‘Gewickelt’ sowie die Ohrringe ‘In dem Kreis’. Sowohl im Schmuck als auch im Gerät gehen Ulla und Martin Kaufmann immer wieder an die Grenzen der Elastizität der Edelmetalle, ergründen die Spannung und bringen das Material davon ausgehend in die bestmögliche Form und Funktion.

Armreif ‘GESPIEGELT’
Gold
Ulla + Martin Kaufmann, 2002
Deutsches Goldschmiedehaus, Hanau
Foto: H.P. Hoffmann, freundlicherweise vom schmuckmuseum pforzheim zur Verfügung gestellt

Für ihre Arbeiten erhielten sie viele Auszeichnungen, darunter Designpreise und Staatspreise (des Landes Hessen und Niedersachsen). Zuletzt wurden Ulla und Martin Kaufmann 2018 mit dem Bayerischen Staatspreis für ihr Projekt ‘Kuben in Bewegung’ geehrt.

Info:

13. Juli – 3. November 2019

Fast nichts – Schmuck und Gefässe von Ulla und Martin Kaufmann

schmuckmuseum pforzheim
Jahnstrasse 42
75173 Pforzheim
Deutschland

www.schmuckmuseum.de

Flyer

Im Eintritt in die Dauerausstellung des Schmuckmuseums inbegriffen.

Eröffnung:
Fr, 12. Juli, 19 Uhr

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Judith Mundwiler
arte TEMPORIS 4

Die bekannte Textilkünstlerin Judith Mundwiler wurde eingeladen, an der Ausstellung ‘arte TEMPORIS 4’ in Rheinfelden mitzumachen. Zusammen mit neun Künstler*innen anderer Fachrichtungen zeigt sie einen Teil ihres Schaffens mitten in der Rheinfelder Altstadt.

Judith Mundwiler: Connections, Detail
32,5 x 62,5 cm, Planskizzen, Papiere, handgestickt
Foto: Judith Mundwiler

‘arte TEMPORIS’ ist ein Ausstellungsprojekt, welches als Zwischennutzung von Geschäftsräumen stattfindet. Die Verkaufsprozente und Kollekten gehen an das Hilfsprojekt www.burundikids.ch

Plakat

Info:

22. Juni – 11. August 2019

Judith Mundwiler
arte TEMPORIS 4

Geschäftsräume
Marktgasse 25
4310 Rheinfelden
Schweiz

www.kulturtreffpunkt.ch
www.judithmundwiler.ch

Öffnungszeiten:
Sa und So: 13 – 16.30 Uhr

***

NEULAND
finden – erkunden – ankommen

Alle Menschen betreten während ihres Lebens immer wieder Neuland – manchmal, weil sie es wollen und manchmal, weil sie es müssen. Im übertragenen Sinne entdecken wir es regelmäßig beim Abschluss und Beginn von neuen Lebensabschnitten: beim Schulabschluss, bei der Hochzeit, beim Eintritt in den Ruhestand. Daneben kann das Betreten von Neuland auch ganz konkret sein: So gibt es immer mehr Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben oder verlassen mussten.

Plakat

Die Ausstellung nimmt diese Momente des Übergangs in unbekannte Gebiete in den Blick: Welche Gefühle, Hoffnungen, Ängste sind mit der Entdeckung und dem Betreten des Neulands verbunden? Welche Erfahrungen wurden gemacht? Was blieb in Erinnerung?

Auch mit der Ausstellung soll Neuland betreten werden: Denn im Zentrum steht das Wort ‘Neuland’ selbst, ebenso wie der Prozess des Findens, Erkundens und Ankommens. Die Akteure der Ausstellung gehören verschiedenen Gruppen jeden Alters an, mit und ohne Migrationsgrund. Sie widmen sich dem Thema sowohl historisch-analytisch als auch künstlerisch-kreativ.

Präsentiert werden Gemälde, Fotografien, Kunstinstallationen, textile Arbeiten, Plastiken, aber auch Videointerviews mit Menschen, die sich Neuland erobert haben.

Ergänzt wird die facettenreiche Ausstellung durch eine Rauminstallation für alle Sinne, in der ‘Neu-Land’ geschaffen werden soll. Realisiert wird diese durch den Kölner Künstler Joachim Römer. Auch dieser Bereich entstand durch Einbeziehung und Mithilfe vieler Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen: Gegenstände, Gerüche und Töne, die mit ‘Heimat’ verbunden sind, wurden im Vorfeld gesammelt und zu einem neuen, unbekannten ‘Land’ zusammengebracht, das es zu erkunden gilt. Wenn Sie Lust haben, sich daran zu beteiligen, schreiben Sie dem Museum eine E-Mmail: kreismuseum-zons(at)rhein-kreis-neuss.de

Info:

7. Juli – 25. August 2019

NEULAND
finden – erkunden – ankommen

Kreismuseum Zons
Kulturzentrum des Rhein-Kreises Neuss
Schlossstrasse 1
41541 Dormagen
Deutschland

www.rhein-kreis-neuss.de

Flyer

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Elisabeth Nacenta de la Croix

Vom 20. Juli – 10. August 2019 zeigt die Galerie Quilt Et Textilkunst in München Werke von Elisabeth Nacenta de la Croix, deren zeitgenössisch aufgefasste Art Quilts aus selbst gestalteten Stoffen interessanterweise eher traditionell gearbeitet sind.

Elisabeth Nacenta de la Croix: Côté Nuit
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Seit 1999 arbeitet Elisabeth in ihrem kleinen Atelier in der Altstadt von Genf mit Blick auf den Genfer See. Die Gegend, die sie jeden Tag sieht, hat grossen Einfluss auf ihre Werke. ‘Im Lauf der Jahre habe ich gelernt mich umzusehen’, sagt sie und ist in der Lage, die Farben ihrer Umgebung aus dem Gedächtnis abzurufen. Das gilt bei Auslandsreisen ebenso wie für Zeitschriften, Fotos oder Gemälde, die sie inspirieren.

Elisabeth Nacenta de la Croix: Côté Soir
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

‘Die wechselnden Farben des Wassers, seine Bewegungen und Reflexionen sind faszinierend’, fährt Elisabeth fort, ‘eigentlich immer das Gleiche, aber trotzdem jeden Tag anders.’ Die Veränderung der Kontinuität empfindet die Künstlerin als eine ständige Quelle des Staunens. ‘Ich schaue so oft wie möglich auf den See. Es ist eine Meditationszeit, die mir ein Gefühl der Erfüllung gibt’, fügt sie noch an.

Elisabeth Nacenta de la Croix: Météorites
Foto freundlicherweise von der Künstlerin zur Verfügung gestellt

Mit dieser Ausstellung lädt Elisabeth den Betrachter dazu ein, ihre Welt zu betreten und sich einen Moment Zeit zu nehmen, um loszulassen und zu träumen.

Info:

20. Juli – 10. August 2019

Elisabeth Nacenta de la Croix

Galerie Quilt Et Textilkunst
Christine Köhne
Sebastiansplatz 4
80331 München
Deutschland

www.quiltundtextilkunst.de
www.elisabethdelacroix.com/

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Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre

Wie bereits hier kurz angekündigt, zeigt das Museum.BL in Liestal noch bis zum 13. Oktober 2019 die Ausstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’ und widmet sich damit einem modischen Sommerthema.

Flyer

Die 1930er Jahre sind politisch und gesellschaftlich im Umbruch. Ein neues Lebens- und Körpergefühl beeinflusst auch die Modetrends: Schwimmen und Sonnenbaden werden zur beliebten Freizeitbeschäftigung, Familienbäder sind neu geschlechtergemischt, gebräunte Haut und ein sportlicher Körper werden zum Schönheitsideal. Die Textilfirma Hanro lässt sich davon inspirieren und entwirft in Liestal modische Bade- und Strandkleider für den internationalen Markt. Die Sonderausstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’ im Museum.BL lässt in eine bewegte Epoche eintauchen und bietet einen Einblick in die Hanro-Sammlung von Archäologie und Museum Baselland.

Aussstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’
Museum.BL
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Frauen sollen nicht länger einem unbequemen Modediktat unterworfen sein, sondern sich frei bewegen können und sportlich unterwegs sein. So wird der Strandpyjama in den 1930er Jahren salonfähig: Er besteht aus einer weiten Hose kombiniert mit einem knappen Oberteil. Den Strandpyjama trägt frau zum Flanieren und Sonnenbaden, aber auch im Ausgang. Bis zu dieser Zeit galt es für Frauen als unschicklich, abgesehen von Sportbekleidung, Hosen zu tragen. Auch die neuen körperbetonten, zweiteiligen Badekleider – der heutige ‘Bikini’ – sorgen im Sommer für Aufsehen. Und neue Strickstoffe machen die Kleidung elastisch und luftdurchlässig.

Aussstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’
Museum.BL
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Madeleine Handschin und ihr Bruder Eric wachsen in Liestal auf. Ihr Vater Carl Handschin ist Direktor der Firma Hanro, ihr Grossvater Albert Handschin der Gründer der Textilfirma Handschin & Ronus, der späteren Hanro. 1933, nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, steigen die Geschwister in die Firma ein.

Mit 17 Jahren beginnt Madeleine Handschin für Hanro Mode zu entwerfen. Innovativ ist ihre körperbetonte Bademode: Die Ein- und Zweiteiler zeichnen sich durch raffinierte Schnitte und neue Farbkombinationen aus und zeigen für die damalige Zeit viel Haut. Ihre Inspiration holt sich die junge Designerin in Paris, Nizza oder Saint-Tropez. Mit ihrer Bade-, Strand- und Sportmode erweitert Hanro das Produktionssortiment um einen wichtigen Bereich.

Aussstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’
Museum.BL
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Als Ingenieur für Strickmaschinen entwickelt Eric Handschin in den 1930er Jahren einen elastischen Wolltrikotstoff und trägt damit wesentlich zum Erfolg von Hanro bei: Dank eingestrickter Gummifäden sind die Badekleider bequem zu tragen und behalten auch in nassem Zustand ihre Form. Ab 1940 führt Eric Handschin zusammen mit Carl A. Ronus den Liestaler Textilbetrieb.

Aussstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’
Museum.BL
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

In der Region Basel setzt in den 1930er Jahren ein regelrechter Schwimmbad-Bauboom ein. Galt das geschlechtergemischte Baden lange Zeit als unschicklich, können Frauen und Männer, Mädchen und Knaben nun gemeinsam schwimmen und sonnenbaden. Das Familienbad ist gleichzeitig auch ein Ort, an dem allzu freizügiges Baden kontrolliert werden kann. Ab 1930 werden zahlreiche Badeanstalten erbaut, die Hanro als ideale Kulisse für Werbeshootings ihrer Bademode dienen. Die Models werden als sportliche Frauen vorwiegend im Freien inszeniert, ein neues Stilmittel der Modefotografie der späten 1930er Jahre ist die Natürlichkeit.

Aussstellung ‘Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre’
Museum.BL
Foto freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

Die Bademode-Kollektion ‘Madeleine’ mit den gestreiften Strickstoffen, den Farbkombinationen und Schnitten lässt die 1930er Jahre wiederaufleben. Inspiriert von den historischen Modellen aus der Hanro-Sammlung in Liestal hat die Zürcher Modedesignerin Nathalie Schweizer einen Badeanzug und einen Bikini mit einer Panty und einer High Waist Hose im Retrostil entworfen. Ihre Kreationen sind eine Hommage an Hanro-Designerin Madeleine Kriesemer-Handschin. Die Kollektion ‘Madeleine’ ist im Shop des Museum.BL und in ausgewählten Kleidergeschäften erhältlich. Näheres im Flyer.

Info:

8. Juni – 13. Oktober 2019

Badenixen und Strandburschen. Hanro-Bademode der 1930er-Jahre

Museum.BL
Zeughausplatz 28
4410 Liestal
Schweiz

www.museum.bl.ch

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Connections – Verbindungen

50 Jahre Städtepartnerschaft Nottingham – Karlsruhe!

JC Middlebrook: Oakleaf-Lantern
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Verbindungen gesellschaftlicher, geistiger, menschlicher und konstitutioneller Art bilden die Basis von Städtepartnerschaften. Das Interesse für andere Auffassungen, die Neugierde auf …

Rose Schrade: Spitzen Nottingham blau
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

… andere Herangehensweisen und das Kennenlernen von Lösungsmöglichkeiten, die man selbst nicht in Betracht gezogen hatte, das ist der Humus auf dem Städtepartnerschaften wachsen. Damit sie gedeihen und zum Blühen gebracht werden braucht es den direkten Austausch.

JC Middlebrook: Fringe-Lacelet
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Die Gruppe ‘Angewandte Kunst’ der GEDOK Karlsruhe lädt aus diesem Grund 5 Kolleginnen aus Nottingham – einer Stadt, die für ihre Spitzen-Industrie berühmt ist – zur Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’ ein.

Debbie Barber: Large Bowl
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Die Angewandte Kunst kann Verbindungen nicht nur eindimensional darstellen, sondern dreidimensional und sogar haptisch erfahrbar machen.

Helga Weilacher-Stieler: Sommerstrick
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Bei dieser Ausstellung wird der Schwerpunkt auf den Bereichen Keramik und Textil liegen.

Sarah Burton: Turquoise and blue bowl
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Das gibt dem Betrachter die Möglichkeit zu erkennen, wie differenziert mit den eigentlich gleichen Grundmaterialien umgegangen wird, welche Details den einzelnen Künstlerinnen wichtig sind, welche Ausdrucksformen sie wählen und worin das Verbindende oder Divergierende besteht.

JC Middlebrook: Glow-Skull
Ausstellung ‘Connections – Verbindungen’
Foto freundlicherweise von der GEDOK Karlsruhe zur Verfügung gestellt

Es wird eine spannende, aufschlussreiche Ausstellung geboten, die aufmerksamen Besucher*innen zeigen wird, mit welch optischem Vergnügen Verbindungen gepflegt werden können.

Info:

20. Juli – 11. August 2019:

Connections – Verbindungen

GEDOK Künstlerinnenforum
Markgrafenstrasse 14
76131 Karlsruhe
Deutschland

www.gedok-karlsruhe.de

Einladungskarte

Öffnungszeiten:
Mi – Fr: 17 – 19 Uhr
Sa + So: 14 – 16 Uhr

Vernissage:
Fr, 19. Juli 2019, 20.30 Uhr

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Vorschau:

The Festival of Quilts 2019

Das Festival of Quilts in Birmingham (England) als die führende Patchwork- und Quilt-Show in Europa stellt wie jedes Jahr den Höhepunkt der europäischen Quilt-Events dar, ein Festival, das zu besuchen sich wirklich lohnt. Es stand auch in meinen Ausstellungstipps für den August der letzten Jahre immer ganz am Anfang, aber 2019 gibt es erstmals ein neues Veranstaltungsdatum, man ist um ein, zwei Wochen nach vorn auf die Zeit von 1. – 4. August 2019 gerückt.

Plakat

Es werden innerhalb der vier Tage im NEC 25.000 internationale Besucher*innen erwartet, rund 800 in den verschiedenen Kategorien eingereichte Wettbewerbs-Quilts sind zu bestaunen, 300 bestens sortierte Händler warten auf Kundschaft, über 400 Workshops (das umfangreichste Angebot ever), Demos, Vorträge usw. können in Sachen Fortbildung besucht werden, ein umfassendes Rahmenprogramm mit gesellschaftlichen Veranstaltungen, wie z.B. die Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen von The Quilters’ Guild (der britischen Quilt Gilde, die das FoQ einst initiierte und bis heute mitträgt) ist vorbereitet und noch vieles mehr.

Eine der Hauptanziehungskräfte sind aber die zahlreichen international besetzten Ausstellungen (Galleries). Aus der Fülle der Ausstellungen von Einzelkünstler*innen und verschiedenen Gruppen, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben, greife ich fünf Beispiele heraus:

Michael James, US-amerikanischer Quiltlehrer und -künstler mit weltweit höchstem Renommee und noch immer an der University of Nebraska – Lincoln tätig, zeigt Werke in seiner Ausstellung ‘Constructed Textiles New and Recent’, die seit seiner letzten Teilnahme beim Festival of Quilts (2006) entstanden sind. Seither beschäftigt er sich mit dem digitalen Textildruck und seiner Schnittstelle zum Quilt als Mixed-Media-Plattform. Er zeigt eine Auswahl aus seiner jüngsten Serie mit dem Titel ‘India Through Beginner’s Eyes’, die seine Eindrücke von seinem ersten Besuch in Indien festhalten.

Michael James: Portal 1 (Udaipur)
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Zu Ehren von Aina Muze (1943-2017), die als eine der hochrangigsten Vertreterinnen der lettischen Textilkunstszene gilt, gestalteten die lettischen Kolleg*innen die Ausstellung ‘Eternal Thread’. Nach einem Studium an der lettischen Kunstakademie bei Professor Rudolf Heimrats (1926-1992), der die Fachrichtung Textil begründete, lehrte sie dort selbst von 1995 bis 2010. Ihren usprünglichen Schwerpunkt, der auf dem Weben lag, erweiterte die Künstlerin, nachdem sie sich später Patchwork und Quilten zugewandt hatte, auf innovative Weise. Sie erforschte neue Materialien, entwickelte Neues und gab dies auch an ihre Studierenden an der Kunstakademie weiter. Mehr über Aina Muze ist hier zu finden.

Aina Muze: Broken Nets
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Schon früh faszinierte Sandra Meech die Kunst und Skulpturen der Inuit in ihrer Heimat Kanada, die ihre frühen Quilts beeinflussten. Später kamen Fotografie und Collage hinzu und ihre Arbeiten wurden von Reisen nach Island und zur Antarktis inspiriert. Die Herausforderung, der Gletscher, Eisberge und Polarlandschaften durch den Klimawandel in diesen abgelegenen Regionen ausgesetzt sind und die wachsende Besorgnis der Künstlerin spiegelt diese Ausstellung ‘Polar Expressions’ wider.

Sandra Meech
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Eszter Bornemiszas Arbeiten zeichnen sich seit Jahren durch die Überlagerung von transparenten Schichten aus, die wie Karten oder Stadtpläne anmuten und als Metapher für die Suche nach Identität stehen. Labyrinthen ähnlich spiegeln fragmentierte, verzerrte oder aufgelöste Stadtpläne oder Zeitungspapier unser systematisiertes Leben im Informationsdschungel wider. Andere Arbeiten der Ungarin beziehen sich auch auf vergangene und gegenwärtige Kulturen und seine Existenzschichten. Altersabdrücke im Boden und in unseren Gedanken; Spuren und ihre Bedeutung für uns; und all ihre persönlichen und sozialen Erzählungen stehen im Mittelpunkt ihres Interesses und ihrer Ausstellung ‘You Are Here’.

Eszter Bornemisza: You Are Here 2
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

The International Quilt Study Center & Museum (Nebraska, USA) zeigt aus seiner Sammlung eine Auswahl von Baltimore Album Quilts aus dem 19. Jahrhundert, wovon einer auch das Plakat ziert. Die einzigartigen Blumenapplikationen der sog. Baltimore Album Quilts entwickelten sich zwischen 1845 und 1854 in Baltimore (Maryland, USA). Die Blöcke bestehen aus Baumwollstoffen und zeigen Blüten, Blumensträusse, Vasen, Ranken, Kränze usw., aber auch lokale Denkmäler. Einzelnen Blöcken wurden manchmal Inschriften (Unterschriften, Daten, Orte) hinzugefügt. Diese Quilts wurden oft anlässlich besonderer Gelegenheiten angefertigt und verschenkt oder bei Versammlungen (etwa in der Kirche) gezeigt.

Elizbeth Ann Gorsuch: Baltimore Album Quilt
Foto freundlicherweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt

Am besten, man schaut sich das gesamte Angebot einmal in Ruhe auf der Website des Veranstalters (Ausstellungen unter ‘What’s On’ >>> ‘The Galleries’) an.

Ich habe das FoQ schon seit vielen Jahren immer wieder miterlebt – sei es als Ausstellerin, sei es als Besucherin – und habe für den BERNINA blog schon eine Reihe von Berichten geschrieben, die man immer noch aufrufen kann, um einen Eindruck zu gewinnen.

Dieses Jahr allerdings werde ich nicht vor Ort sein, so dass auch kein Bericht und keine Bilder von mir folgen. Es ist leider nicht zu ändern. Den Glücklichen, die hinkommen, wünsche ich ganz viel Spass, viele schöne Begegnungen mit Gleichgesinnten und spannende Entdeckungen!

Info:

1. – 4. August 2019

The Festival of Quilts 2019

NEC
Halls 7, 8 & 9
Birmingham
UK

www.thefestivalofquilts.co.uk

Öffnungszeiten:
Do – Sa: 10 – 17.30 Uhr
So: 10 – 17 Uhr

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UNIKATE – Knopfkunst und Kunstquilt
Jutta Kohlbeck

Sie erinnern sich an das Künstlerportrait, das Jutta und ich zusammen im Februar 2019 für den BERNINA blog verfasst haben? Und an ihre kleinen Kunstwerke, die Posamentenknöpfe? Der damalige Beitrag hat begeistert und man kann ihn hier im Blog nochmals nachlesen und anschauen.

Jutta Kohlbeck: Topogravity, Detail mit einem von ihren ersten gewickelten Knöpfen
Foto: Jutta Kohlbeck

Schon im Februar stand fest, dass Jutta Kohlbeck eine Ausstellung im August 2019 im Deutschen Knopfmuseum in Bärnau haben wird. Jetzt ist es langsam soweit! Bitte notieren Sie sich den 1. August – 31. Oktober 2019 und merken sich bitte die Vernissage am Sa, 3. August 2019 um 12 Uhr vor.

Plakat

Inzwischen hat Jutta ihre Knöpfe, Art Quilts und Zeichnungen sortiert. Sie wird sie in dieser Ausstellung einander zuordnen. Faden und Linie liegen nah beieinander – wie sie miteinander in Dialog treten, kann man in Jutta Kohlbecks Ausstellung ‘UNIKATE’ verfolgen. Spannend!

Info:

1. August – 31. Oktober 2019

UNIKATE – Knopfkunst und Kunstquilt
Jutta Kohlbeck

Deutsches Knopfmuseum
Tachauer Strasse 2
95871 Bärnau
Deutschland

www.deutsches-knopfmuseum.de
www.juttakohlbeck.de

Öffnungszeiten:
Do – So & Feiertage: 13 – 17 Uhr

Vernissage:
Sa, 3. August 2019, 12 Uhr

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Wall Power! Quilts from the Karen and Werner Gundersheimer Gift

Nur vier Wochen lang, vom 6. August – 1. September 2019, präsentiert das American Folk Art Museum in New York City die Ausstellung ‘Wall Power! Quilts from the Karen and Werner Gundersheimer Gift’.

Lozenge Quilt
Unbekannte(r) Künstler*in
Möglicherweise Tennessee, 1930er Jahre
Baumwolle, 79 3/4 x 77 1/2″
Collection American Folk Art Museum, New York
Gift of Karen and Werner Gundersheimer, 2018.2.1
Foto: Gavin Ashworth, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

2018 erhielt das Museum einundzwanzig Quilts von Karen und Werner Gundersheimer, die die umfangreiche, mehr als 800 Arbeiten umfassende Quilt-Sammlung des Museums um neue Muster bereichern, darunter ‘Joseph’s Coat’, ‘Alphabet’ und ‘Spider Web’. Museumsdirektor Jason T. Busch zeigt sich sehr erfreut und dankbar, da diese Schenkung besonders den Bestand von Amish- und Mennonite-Quilts, die in traditionellen Mustern gearbeitet sind, erweitert.

Die Quilts, die die Gundersheimers über Jahrzehnte u.a. in Pennsylvania (USA) fanden, sind anschauliche Beispiele dafür, was das Paar als ‘Wall Power’ bezeichnet – obwohl sie aus weichem Material bestehen. ‘Das starke grafische Design und die Farbwahl lassen sich mit den Arbeiten einiger postexpressionistischer abstrakter Maler vergleichen’, fügt Stacy C. Hollander, Kuratorin der Ausstellung, hinzu.

Als zusätzliches Highlight wird auch der erst kürzlich vom Museum erworbene seltene doppelseitige religiöse Text des deutschen Frakturisten (Schriftkünstler) Johannes Ernst Spangenberg, der um 1755–1814 in Pennsylvania lebte, ausgestellt. Es handelt sich um die verzierten Seiten in einer von nur drei noch existierenden Bibeln, die in situ gezeigt werden.

Info:

6. August – 1. September 2019

Wall Power! Quilts from the Karen and Werner Gundersheimer Gift

American Folk Art Museum
2 Lincoln Square
(Columbus Avenue between 65th and 66th Streets)
New York, NY 10023
USA

www.folkartmuseum.org

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… und dann gibt’s noch:

gabi mett – textile poesie

Einen Bericht mit vielen Fotos über die hier angekündigte, inzwischen leider schon abgeschlossene Ausstellung in Sent …

Einladung

… hat die Künstlerin inzwischen auf ihrem Blog veröffentlicht. Reinschauen lohnt sich!

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Keep Your Eye on the Planet

Noch bis zum 28. Juli 2019 zeigt die Textilsammlung Max Berk in Heidelberg-Ziegelhausen die sehenswerte Ausstellung ‘Keep Your Eye on the Planet’, die ich hier bereits angekündigt hatte.

Veronique Douillet: The Tree
Foto: Pascale und Gert Goldenberg, freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt

‘Keep Your Eye on the Planet’ wirft einen textilen Blick auf unsere Welt und thematisiert beispielsweise ökologische Aspekte, aber auch soziales Engagement. Diese Wettbewerbs-Ausstellung wurde von der Deutsch-Afghanischen Initiative (DAI e.V.) organisiert und veranstaltet und fördert durch die Stickprojekte seit 2004 die finanzielle Lage afghanischer Frauen und damit auch ihrer Familien.

Die zu dem Projekt erschienene Publikation ‘Keep Your Eye on the Planet’ (hier geht es zu meinem Buchtipp) bildet alle 45 Arbeiten ab und präsentiert darüber hinaus weitere Initiativen im Sinne des Wettbewerbsthemas sowie Kurzgeschichten aus Afghanistan, die Tradition und Realität vor Ort veranschaulichen. Sie ist im Museum und beim Verlag erhältlich.

Info:

29. Mai – 28. Juli 2019

Keep Your Eye on the Planet

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstrasse 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Deutschland

www.museum-heidelberg.de

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Tradition bis Moderne XI

Die für den 13. Juli – 15. September 2019 angekündigte Ausstellung der Tradition bis Moderne XI im Bomann-Museum Celle wurde auf November verschoben. Laut Nachfrage gibt es einen genauen Eröffnungstermin aber noch nicht.

Die Ausschreibung für die ‘Tradition bis Moderne XII’ läuft jedoch!

Ingrid Meier: Quadrate, Quadrate 2
Tradition bis Moderne XI
Foto freundlicherweise von der Patchwork Gilde Deutschland e.V. zur Verfügung gestellt

Ausschreibung ‘Tradition bis Moderne XII’

Dieser jurierte Wettbewerb der Patchwork Gilde Deutschland e.V. wird alle drei Jahre ausgeschrieben. Er steht allen Mitgliedern der Patchwork Gilde offen – Mitglied kann jeder werden!

Christine Brandstetter: Leaves
Tradition bis Moderne XI
Foto freundlicherweise von der Patchwork Gilde Deutschland e.V. zur Verfügung gestellt

  • Jeweils ein Quilt aus der Kategorie ‘Tradition’ und einer aus dem Bereich ‘Zeitgenössisch/Art’ wird für die Sammlung der Gilde für 2.500 EUR angekauft.
  • Jury: Jana Štěrbová, Birgit Schüller, Heidi Förster
  • Es erscheint ein Farbkatalog mit allen ausgewählten Arbeiten.
  • Die Ausstellung wandert 2 Jahre durch Deutschland und wird in 10 – 12 Museen ausgestellt.
  • Die ausgestellten Arbeiten sind versichert.
  • Mehr Informationen und Anmeldung findet man hier
  • Kontakt: Barbara Lange – barbara.lange(at)patchworkgilde.de

Einsendeschluss: 31. Dezember 2019

***

Bitte informieren Sie sich vor einem Ausstellungsbesuch auf der jeweiligen Website besonders über die genauen Öffnungszeiten – es kann sich immer etwas ändern.

Weitere Ausstellungen finden Sie auf meiner Website in der Rubrik AUSSTELLUNGSKALENDER.

Den verschiedenen Beteiligten herzlichen Dank für das Zur-Verfügung-Stellen von Informationen und Bildmaterial!

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Kommentare zu diesem Artikel

11 Responses

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  • Isabelle Wiessler

    Ganz herzlichen Dank Gudrun für dieser wieder ein mal sehr interessanter  Blog über die im Juli beginnender Ausstellungen – auch über die ausführlich Beschreibungen die jeden, der nicht dabei sein kann, hilft die ausstellende Objekte und die Intensionen besser zu Verstehen. Ich fühle mich auch sehr geehrte, dass du unsere Ausstellung mit aufgenommen hast! Herzliche Dank dafür!

    • Gudrun Heinz

      halli hallo isabelle,

      auch dir herzlichen dank zurück! dein / euer ansatz zu der neuen ausstellung ist so interessant, da kann ich doch nicht darüber hinweggehen, das musste mit rein in die tipps uns es ist sehr gern geschehen. viel erfolg!

      beste grüsse

      gudrun

  • Jutta Kohlbeck

    Liebe Grudrun, ganz herzlichen Dank !!! Ich freue mich sehr, dass du meine Ausstellung mit in die erlesene Auswahl deiner tollen Ausstellungstipps aufgenommen hast!  Ganz herzliche Grüße Jutta

    • Gudrun Heinz

      halli hallo jutta,

      ein grosses dankeschön zurück! das hab ich sehr gern gemacht. und jetzt fehlt eigentlich nur der erfolg mit deiner ausstellung – auf dass ganz viele besucher kommen!

      beste grüsse

      gudrun

  • sabinemoertz

    Hallo liebe Gudrun! Das war ein beeindruckender Sonntagsspaziergang! Speziel Gunda Stölzl´s Entwürfe fesselten mich schon immer in ihrer Klarheit. Die Herstellung der Jaquard Stoffe waren mir immer ein Rätsel, der Webstuhl dafür ist ja ein Wunderwerk. Großartig, wie die Leute sich in die alte Technik eingearbeitet haben. Ein hoch interessanter Bericht, danke!

    Lieben Gruß aus dem auch heißen Schweden! Sabine

    • Gudrun Heinz

      halli hallo sabine,

      hach, dein feedback ist so schön – 1000 dank! ich habe das tuchmacher museum nämlich extra noch um die entsprechenden fotos gebeten, weil ich schätzte, dass die wenigsten leser*innen mit dem vorgang der jacquard-weberei vertraut sind. eine tolle erfindung, die der franzose joseph-marie jacquard mit den lochkarten gemacht hat, ein beitrag zur industriellen revolution. auch wenn es die handweber damals (um 1800) in bedrängnis brachte.

      seit ich mit dem textil-und rennsport museum in hohenstein-ernstthal verbunden bin, habe ich mich mit dem thema beschäftigt, eben weil es so beeindruckend ist. dort haben sie voll funktionsfähige jacquard-webstühle aus den 1930er jahren und es ist eine schau, wenn die laufen!

      tja, und von gunta stölzl gar nicht erst zu reden – das ist erst noch der clou!

      beste grüsse

      gudrun

  • Birgit Berndt

    Hallo Gudrun,

    danke für die ausführlichen Informationen und schönen Fotos. Wie immer ergeben sie einen spannenden Einblick in die Welt der Kunst und speziell der Textilkunst. Da für mich die Entfernungen meist zu groß sind, kann ich so doch irgendwie dabeisein und das finde ich wunderbar.

    Viele Grüße

    Birgit

    • Gudrun Heinz

      halli hallo birgit,

      vielen herzlichen dank zurück! ich reise ja sehr gern zu ausstellungen und events, aber natürlich komme ich auch nicht überall hin, sondern nur  zu den wenigsten. insofern liegen die tipps – ich muss es gestehen – auch in meinem ganz eigenen interesse. und wie schön, wenn ich das mit allen leser*innen meines blogs teilen kann 🙂

      beste grüsse

      gudrun

  • Luitgard Möschle

    Liebe Gudrun,

    so vielseitig Deine Tipps auch dieses Mal wieder sind! Einige sind auch für mich zu erreichen! Ich werde sie mir nicht entgehen lassen!

    Mal wieder ein Danke an Dich für’s Aufspüren und Aufzeigen!

     

    Lieber Grüße – Luitgard

     

     

     

    • Gudrun Heinz

      halli hallo luitgard,

      1000 dank für deinen lieben kommentar, über den ich mich sehr freue. es hätten noch mehr tipps werden können, wenn ausstellungsveranstalter (rechtzeitig) antworten würden. ist halt nicht jedermanns sache. aber du kennst ja meinen ausstellungskalender auf meiner eigenen website, der platzt bald aus den nähten. da stecken noch einige tipps mehr drin.

      ein restliches schönes wochenende!

      beste grüsse

      gudrun

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