Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ich war ein Poncho, jetzt bin ich eine Handyhülle!

Und weiter geht es mit dem Thema “Upcycling”. Dieses mal mit Tipps zum Nähen mit Leder und einer Anleitung für eine praktische Handyhülle. Aktuell sind Handyhüllen mit Umhängeband sehr beliebt. Letztes Jahr ist der Trend aufgepoppt und auch ich schätze die Hülle mit Umhängekette sehr. 

Handyhülle nähen aus altem Lederponcho

Führende Anbieter sind z.B. XOUXOU oder Knock Berlin. Allerdings gibt es keine Schutzhülle im klassichen Sinne (das Handy komplett einhüllend) für diese Handyhüllen mit Umhängekette. Gerade wenn ich unterwegs bin und das Handy nicht brauche, fehlt mir so eine Schutzhülle sehr. Da ist es doch super, dass ich mir meine Handyhülle selber nähen kann. 

Handyhülle nähen aus Leder

Folgende Kriterien waren mir wichtig:

  • Einfaches Entfernen der Schutzhülle
  • Möglichkeit EC Karte, Personalausweis sowie ein bisschen Kleingeld mitnehmen zu können

Wie ihr Euch eine Handyhülle für Eure Bedürfnisse nähen könnt, zeige ich euch nun genauer.

Anleitung zum Nähen einer Handyhülle

Zuerst habe ich mir ein Schnittmuster erstellt. Da jedes Handy anders ist, empfehle ich ein eigenes Schnittmuster anzufertigen, damit es nachher an Euer Handy passt.

Dabei folgender Tipp: Da ich noch eine Halterung an der Rückseite meines Handys habe und das Material eine Stärke von 4mm besitzt, habe ich insgesamt 4cm Mehrweite dazugegeben. Wenn Euer Material dünner ist und ihr auch keine Halterung an eurem Handy habt, müssten 3cm reichen.

Schnittmuster für das Nähen einer Handyhülle

Im Anschluss mit Hilfe von ein paar Stecknadeln das Schnittmuster zusammenstecken und überprüfen, ob die Hülle nun die richtige Größe für Euer Handy hat.

Jetzt noch das Schnittmuster für EC Karte und Kleingeld erstellen. Dazu habe ich eine Karte genommen und die entsprechenden Zugaben, wie auf dem Foto zu sehen ist, gemacht.

Schnittmuster für das Nähen einer Handyhülle

Wenn das Schnittmuster erstellt ist, kann der Materialzuschnitt erfolgen. Um meine Handyhülle zu nähen, habe ich mich außen für ein weiches Wildleder und innen für einen 100%-igen Wollfilz entschieden. Warum ich innen Wollfilz verwendet habe? Zum einen gleitet das Handy dann einfacher und da das Wildleder sehr fein ist, wird es durch den Filz strapazierfähiger. Selbstverständlich könnt ihr Euren Stoff selbst aussuchen. Beispielsweise ein dickeres Leder oder einen dickeren Filz. Einfach ausprobieren, ob das Handy gut gleitet.

Benötigte Schnittteile, um eine Handyhülle zu nähen:

  • Vorder- und Rückseite jeweils aus Wildleder und Filz
  • Verschlussband auch jeweils aus Wildleder und Filz
  • Deckel für EC Kartenhülle jeweils aus Wildleder und Filz
  • Die EC Kartenhülle selbst habe ich nur aus Wildleder gemacht, damit es nicht all zu dick wird
  • Ich hab mich für 12mm große Druckknöpfe entschieden
  • Gerade wenn man Leder verarbeitet, empfehle ich Textilkleber

Schnittteile zum Nähen einer Handyhülle

Zum Leder:

Da Leder recht teuer und auch schwierig zu bekommen ist, sammle ich schon seit Jahren Lederreste aus alten Taschen oder Kleidungsstücken. Oft bekommt man auch in Stoffgeschäften Beutel mit Lederresten. Daraus lassen sich wunderbar Handtaschen und andere Kleinaccessoires nähen. Bis zu einer Stärke von 2 bis 3 mm lässt sich Leder gut mit einem entsprechenden Nähfuß und einer Jeans- oder Ledernadel nähen.

Lederreste zum Nähen einer Handyhülle

Auf den ersten Blick sieht die Handyhülle recht simpel aus und mit ein paar Hilfsmitteln und Tricks ist sie auch nicht allzu schwer nachzunähen. 

Hierzu möchte ich Euch den BERNINA Nähfuß # 53, den Geradstichfuß mit Gleitsohle, vorstellen. Er eignet sich für alle Geradsticharbeiten und für schmale Nähte. Dieser Nähfuß ist ideal für Führungslinien mit Nahtzugaben von 3 und 6 mm. Seine antihaftbeschichtete Sohle sorgt für ein reibungsloses Gleiten, auch bei Plastik, Vinyl, Leder oder ähnlichem.

Reihenfolge beim Zusammennähen der Handyhülle:

1. Für das Verschlussband müsst ihr zuerst die zwei Materialien zusammenkleben und im Anschluss mit Hilfe des Geradstichfuß mit Gleitsohle # 53 links und rechts absteppen.

BERNINA Nähfuß # 53 zum Nähen einer Handyhülle

2. Nun das Band zwischen den zwei Materialien der Hüllenvorderseite festkleben. Im Anschluss die zwei Materialien inklusive Verschlussband oben und unten zusammennähen. Achtung: links und rechts wird dieses später mit der Rückseite zusammengenäht!

BERNINA Nähfuß # 53 zum Nähen einer Handyhülle

3. Als nächstes den Deckel der EC-Hülle zusammenkleben und links und rechts zusammennähen. Achtung: oben noch nicht festnähen, denn dort muss zuerst der Druckknopf befestigt werden.

BERNINA Nähfuß # 53 zum Nähen einer Handyhülle

4. Nun die Drucknöpfe entsprechend der Bedienungsanleitung markieren und befestigen. Und zwar an folgenden Schnittteilen:

  • EC-Hülle Deckel
  • EC-Hülle Tasche
  • Vorderseite Handyhülle

 

Druckknöpfe für eine genähte Handyhülle

Dabei zuerst die Löcher stanzen.

Druckknöpfe für eine genähte Handyhülle

Druckknöpfe für eine genähte Handyhülle

5. Im Anschluss die EC-Hülle auf die Rückseite der Handyhülle annähen. Dabei zuerst die exakte Position festlegen.

Kartenfach für Handyhülle aus Leder

Dann festkleben und mit Hilfe des Geradstichfußes mit Gleitsohle # 53 zusammennähen.

6. Dann kann der EC-Deckel ebenfalls angenäht werden. Dafür habe ich den EC-Deckel und die EC-Hülle an dem Druckknopf zusammengedrückt, um die exakte Position für den Deckel festlegen zu können.


Kartenfach füreine genähte Handyhülle aus Leder

7. Jetzt Vorder- und Rückseite der Handyhülle seitlich zusammennähen. Auch hierbei die Teile zuerst mit Hilfe des Textilklebers zusammenkleben und dann mit dem Geradstichfuß mit Gleitsohle # 53 links und rechts zusammennähen.

8. Zum Schluss noch die genaue Position des zweiten Drucknopfes am Verschlussband festlegen und nach Drucknopfanleitung befestigen.

Letzte Schritte beim Nähen einer Handyhülle

9. Nachdem ich alle Teile meiner Handyhülle zusammengenäht und die Druckknöpfe angebracht habe, habe ich mein Umhängeband noch mit ein paar hübschen Perlen und Quasten von idee.Creativ aufgepimpt.

Verzierung einer Handyhülle aus Leder

10. Fertig ist meine neue Handyhülle, selbstgenäht. Und nun kann ich die Hülle ruckzuck nach oben oder unten von meinem Handy abziehen.

Fertiggenähte Handyhülle aus Leder

Wer keine Handyhülle mit Umhängeband hat, kann die Lederhülle unten zunähen, damit es eine richtige Tasche wird.

Fertiggenähte Handyhülle aus einem alten Lederponcho

Rabattgutschein für den Geradstichfuß mit Gleitsohle # 53

Für den Geradstichfuß mit Gleitsohle # 53 gibt es im Rahmen vom “Zubehör des Monats” einen Rabatt! Den Rabatt-Coupon und weitere Informationen zum Angebot findet ihr hier.

Gültigkeit hat das Angebot beim BERNINA Fachhändler in Deutschland und Österreich.

Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Materialien: Filz, Leder, Wildleder
Verwendete Produkte:
BERNINA 750 QE
BERNINA 750 QE

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Kommentare zu diesem Artikel

7 Antworten

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  • Eva Weber

    Hallo Frau Friedrich,

    welche Nadel haben Sie benutzt? Ich habe schon mal das Problem, dass der Klebstoff sowohl die Nadel mit dem Faden verklebt, als auch den Nähfuss nicht mehr so schön gleiten lässt, weil sich Klebstoff dort angesammelt hat.

     

  • gittafarbenfroh

    ich hatte beim Anschauen große Lust bekommen, so eine Hülle fr mein Handy zu nähen. Doch was mache ich, wenn icham Händy keine Aufhängeösen habe?

    • Stephanie Friedrich

      Hallo:-)

      Danke für Deinen Kommentar!

      dzu dem Thema hab ich im Beitrag was dazu geschrieben. Steht recht weit unten:

      “Wer keine Handyhülle mit Umhängeband hat, kann die Lederhülle unten zunähen, damit es eine richtige Tasche wird.”

      Wer mag kann zudem ein Band annähen:-)

      Herzlichst

      Stephanie

  • Jordis Braun

    Vielen Dank für die wirklich gelungene Problemlösung. Ich will mir gerade eine Dcheckkarzenhülle nähen, die um den Mttelsteg eines Büstenhalters geklippt werden kann. Auch da kann notfalls ein gefalteter Geldschein untergebracht werden.

    Aber beim nächsten Handykauf werde ich darauf achten, eines mit Aufhängeösen zu bekommen.

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