Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ein Shirt im Destroyed Look nähen mit der BERNINA L 890

In diesem Artikel zeige ich Euch, worauf Ihr achten müsst, wenn Ihr ein Shirt im Destroyed Look nähen wollt, also offenkantig und mit sichtbaren Covernähten. Zuerst aber ein kleiner Exkurs:

Nähen nach längerer Abstinenz

Manchmal ist es so, dass die tollste Maschine auf einen wartet, man aber einfach keine Zeit zum Nähen findet. Schade um die verpasste Nähzeit, aber umso besser, wenn man danach mit offenen Armen von der Maschine empfangen wird.

Was meine ich damit? Sicher kennen das einige von Euch: Wir sind einfach nicht zum Nähen gekommen, aus welchen Gründen auch immer. Wenn man dann nach Wochen mal wieder dran geht, stellt man mitunter fest, dass die Einfädelwege und Abläufe der Maschine nicht mehr so geläufig sind.

“On board”-Videoanleitungen

Ich kenne es aus den Kursen, dass die Näher/innen dann häufig mittel-verzweifelt sind und man eigentlich fast genervt ist, weil man wieder weit vorne anfangen muss.

So würde es mir auch gerade ein bisschen gehen – aber nicht, wenn man an der BERNINA L 890  sitzt. Dank der integrierten kleinen Einfädel-Videohilfen ist es überhaupt kein Problem, wenn man sich nach längerer Zeit wieder an die Maschine setzt.

Bild von BERNINA L 890.

BERNINA L 890

Die L 890 ist die revolutionäre Overlock/Coverstich-Combo und perfekt geeignet zum Verarbeiten aller Fäden und Stoffe, speziell von hochelastischen und gestrickten Stoffen. Mit One-Step BERNINA Lufteinfädler ✓ Intuitive Bedienung per Touchscreen ✓ Schnell, präzise & leise ✓ Hergestellt von BERNINA ✓ Zu 100% in der Schweiz konzipiert und entwickelt ✓ 

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Die Videos zeigen mir für jeden Faden genau den richtigen Weg. Ich werde an den Einfädler erinnert und komme schnurstracks zum richtigen Einfädelziel.

Gemeinsam online nähen

Heute möchte ich an der Maschine einen Onlinekurs für das BERNINA Creative Center vorbereiten. Wir nähen am 16., 23. & 30. November das Shirt „Schnitt ohne Namen #1“. Wer Lust hat, also genau dieses schöne Shirt hier mit mir gemeinsam an seiner BERNINA 890 zu nähen, der darf sich gern anmelden: Onlinekurs “Schnitt ohne Namen #1”. Ich freue mich auf Euch. Natürlich gibt es neben dem Schnittmuster und einer genauen Sicht auf alles auch viele, viele Tipps rund um die Maschine und das Nähen selbst.

Bild von Onlinekurse des BERNINA Creative Centers.

Onlinekurse des BERNINA Creative Centers

Das Creative Center am BERNINA Hauptsitz in Steckborn bietet ein umfassendes Programm an Kursen rund ums Nähen, Sticken und Quilten – mit vielen Tipps und Tricks von Profis. Die Onlinekurse können gemütlich von zu Hause aus besucht werden, am eigenen PC, Notebook oder Tablet. 

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Destroyed Look selber machen

Das Besondere an diesem Schnitt ist, dass das Shirt im angesagten Destroyed Look genäht wird, das heißt, die Covernähte liegen nicht nur sichtbar außen, sondern sind auch noch offenkantig.

Hierfür muss natürlich auf einige Dinge geachtet werden, damit zum einen nicht nur alles sauber positioniert wird, sondern hinterher auch genau passt und so sitzt, wie es geplant ist.

Ich habe mich hier für einen Stoff vom Stoffonkel entschieden, einen relativ festen Jersey mit Löchern. Aber der Schnitt sieht auch toll aus, wenn mit einem Viscosejersey oder jeder anderen Maschenware gearbeitet wird.

Dieses wunderschöne Bild kommt von Carina Heß, lieben Dank dafür:

Der richtige Zuschnitt

Zunächst geht es aber mal an den korrekten Zuschnitt. Der ist hier etwas anders als gewohnt.

Da wir natürlich mit Nahtzugaben arbeiten, aber auch mit Anstoßlinien, ist eine gute und akkurate Vorarbeit nötig, die hinterher belohnt wird, umso exakter sie ausgeführt wird. Die Stoffteile, die Raglannähte, werden nicht wie sonst üblich rechts auf rechts geschlossen, sondern links auf rechts. Dafür werden die Anstoßlinien genutzt, die ich mit Kreide markiere.

Nadel Hoch-/Tiefstellung

Was ich vorher gar nicht so sehr vermisst habe,  ist hier eine unsagbar praktische Hilfe: die Nadel Hoch-/Tiefstellung!

Im Bild unten sieht man genau, wie die Nadel gerade eingestellt ist. Ist die Nadel oben, bleibt die Nadel beim Nähstopp frei, steckt also nicht im Stoff:

Ist die Nadel aber unten, so wie beim folgenden Bild, stoppt die Maschine mit der Nadel im Stoff:

Das hat beim Covern in diesem Fall den Vorteil, dass beim Weiternähen der Anfang genau dort ist, wo auch das Ende war. Das ist bei diesem Schnitt sehr, sehr hilfreich, weil er eben so viele außenliegende Covernähte hat.

Aus meinen Kursen weiß ich, dass auch bei normalen Säumen immer wieder der Wunsch nach einem Nadelstopp unten beim Covern besteht. Er wird dann mit dem Handrad herbeigeführt – ein Arbeitsschritt, den man sich an der BERNINA 890 mit der richtigen Einstellung sparen kann.

Noch dazu hab ich auf dem großen Display meine Einstellung direkt vor Augen, ohne lange suchen zu müssen.

Covern mit Decorgarnen

Beim “Schnitt ohne Namen #1” werden zuallererst die Raglannähte geschlossen. Hier benötigen wir den Coverbereich. In meinem Greifer habe ich Madeira Decora Nr 12, ein glänzendes Decorgarn, das sich auch ganz toll für Ziernähte mit der Nähmaschine macht.

Eingefädelt wird es an der Spannung vorbei.

In diesem Video sieht man nochmal, wie das mit dem am Lufteinfädler-Vorbei-Einfädeln funktioniert:

Die richtige Covernahtspannung finden

Ich mache also zunächst eine Probenaht. Für die richtige Spannung hilft mir dieses kleine Zeichen, den Weg zu finden, wie ich die perfekte Covernaht einstellen kann:

Dahinter verbirgt sich nämlich ein Hilfemenü mit allerlei Fehler-Beispielen und der dazugehörigen Lösung.

Nichtsdestotrotz ist es schon hilfreich, ein wenig Cover-Grundwissen zu haben. Wenn ich nämlich 3 Nadeln habe und etwas dickeres Garn, benötige ich mehr Faden. Somit ist das Einfädeln über die Abkürzung eine gute Möglichkeit, um die perfekte Naht zu erreichen. Die saubere Covernaht ist natürlich auch im Kurs ein großes Thema.

Hilfsvliese beim Nähen

Nachdem die optimale Spannung gefunden ist, kann es losgehen. Damit beim Nähstart nichts verrutscht, arbeite ich mit einem tollen Vlies, dem Avalon Fix.

Ich nähe zuerst einige Zentimeter auf einem Stück Stoff, damit ich in meiner Raglannaht direkt ab dem ersten Stich einen sauberen Stich habe. Dann lege ich das Avalon Fix unter.

Danach kommt mein Raglannahtanfang darauf.

Durch die Kraft der Maschine wird der Stoff regelrecht eingesogen, und durch die nötige Standfestigkeit und Ruhe kann ich mich komplett aufs Führen konzentrieren. Damit macht es mir die Maschine sehr leicht, zu einem perfekten Ergebnis zu kommen.

Richtiges Positionieren beim Covern

 Ich orientiere mich mit meiner Stoffkante an der Füßchenkante, und kann so wunderbar die gesamte Raglannaht schließen.

 

Dank des großen Durchlasses passt auch mein gesamtes Shirt seitlich bequem durch, ich muss nichts schieben oder rollen, sondern kann mich ganz auf den Nähbereich konzentrieren und auf das saubere Führen.

Am Ende brauche ich genau wie am Anfang eine saubere Kante, darum nähe ich wieder auf ein Stückchen Stoff, dass im Idealfall aus Zuschnittresten besteht, oder eben aus einem ähnlichen Stoff in gleicher Höhe. Damit mir mein Höhenausgleich nicht wegrutscht, nutze ich wieder das Avalon Fix. So hab ich es für die nächste Raglannaht gleich unter dem Fuss und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe.

Nadeln richtig stecken – aber was ist “richtig” ?

Bei der Frage, wie man Nadeln einsteckt, scheiden sich die Geister. Grundsätzlich bin ich immer gern für quer, weil man so die Nadeln besser sieht und beim Covern mitunter auch einfach mal drübernähen könnte.

 

Da wir bei dieser Nahtführung aber eine relativ enge Kurve haben, stecke ich in der Kurve die Nadeln lieber parallel zur Naht in kleinen Abständen. Ich habe das Gefühl, der Stoff sträubt sich dann weniger.

Wo führe ich meine Overlocknaht?

Nachdem ich die 4 Raglannähte geschlossen habe, muss die Maschine umgestellt werden auf den Overlockbereich, da nun die Seitennähte und der Beleg geschlossen werden müssen. Das geht schnell von der Hand, in nicht ganz zwei Minuten steht die Maschine bereit zum Overlocken vor mir. Mit dabei natürlich mein heißgeliebtes Nahtführungslineal, das mir immer genau zeigt, wo mein Stoff in der Overlocknaht geführt werden muss.

Das Ziel ist natürlich, in den Achseln genau die Raglannähte aufeinandertreffen zu lassen.

Cover-Deckstich imitieren

Das klappt ganz prima. Nun muss für die letzten Schritte die Maschine ein letztes Mal umgestellt werden. Die Säume müssen noch gecovert werden und natürlich der Halsbeleg. Im “Schnitt ohne Namen #1” wird der Halsbeleg zwar mit der Overlock zum Rund geschlossen, aber dann links auf rechts angecovert.

Ich hab mich hier entschieden, heute mal von beiden Seiten zu covern und so den Deckstich zu imitieren.

Der Freiarm

Fehlen als letztes noch die Säume am Bund und an den Ärmeln. Bei beiden nutze ich den Freiarm, der es mir gerade bei den Ärmeln sehr einfach macht, auf meiner Nählinie zu bleiben.

 

Hier merkt man mal wieder: Was man mitunter selten benötigt, ist dann an genau dieser einen Stelle doch absolut entscheidend für das perfekte Ergebnis

Saumverarbeitung

Am Schluss hab ich die Qual der Wahl. Ich kann die Säume so wie hier gleichmässig aufschneiden und sie nach dem Waschen ausfransen lassen:

Ich kann den Saum auch in unterschiedlichen Längen aufschneiden, was gerade bei Stoffen mit unterschiedlich farbigen Seiten interessant aussieht:

Oder ihn einfach nicht aufschneiden bzw unausgefranst lassen – das liegt am Ende ganz bei mir.

Dieses tolle Shirt hat Alina Weeber vom Blog leylissima genäht. Auch Dir, liebe Alina, vielen Dank für die tollen Bilder!

Und so hab ich am Ende ein tolles Shirt, das sowohl ins Büro mit kann als auch zur Grillparty.

Sehen wir uns im Onlinekurs? Ich freu mich auf Euch,

Eure Manu
(heute mit Alina und Carina)

Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Zeitaufwand: einen Abend
Verwendete Produkte:
BERNINA L 890
BERNINA L 890

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