Kreative Artikel zum Thema Nähen

Applizieren mit dem Kammstich

Das doch ziemlich herbstliche und von bestimmt jedem sehnlichst erwartete regnerische und kühle Wetter hat auch mich aufatmen lassen. Endlich hatte mein Nähzimmer unterm Dach annehmbare Temperaturen und ich konnte viele Stunden des Wochenendes dort nähend verbringen.

Im Hintergrund hörte ich “Stolz und Vorurteil”, wie entspannend!

Eines der Dinge, die ich genäht habe, hat bereits richtig herbstliche Stoffe erhalten. Für unsere Kommode sollte eine neue kleine Decke entstehen und da nach unserem am kommenden Mittwoch beginnenden  Urlaub dann der Herbst wirklich Einzug halten wird, passen die etwas gedeckteren Farben dann ganz gut.

Die Grundlage für das Top bildeten 18 Stoffquadrate in 5″ Seitenlänge. Diese könntet Ihr aus einem Charm Pack nehmen, der üblicherweise 42 Stoffquadrate dieser Seitenlänge erhält.

Oder Ihr macht es wie ich und viertelt 5 Layer Cake Stücke. Diese sind 10″ groß und ich erhalte je Farbe 4 kleine Quadrate. (Zwei sind übrig, damit ich rechnerisch auf 3×6 Quadrate komme, die kann ich aber später noch gut verwenden.)

Ich habe alle Quadrate miteinander verbunden und mit H 630 hinterbügelt.

Anschließend bügelte ich die Applikationen auf. Sie sind mit “Steam A Seam light” hinterklebt (Vlisofix geht auch), der Vorteil des Steam A Seam ist jedoch, dass es, wenn ich das Schutzpapier abgezogen habe, bereits eine leicht klebrige Oberfläche hat und ich so schon vor dem Aufbügeln die Applikationsteile verrutsch-sicher auf dem Stoff platzieren kann.
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Für solch rustikale Applikationen finde ich den Kammstich oder Langettenstich wunderbar geeignet. Um den Charakter zu unterstützen, verwende ich zudem ein dickeres Garn, hier das Silk Finish von Amann Mettler. Es hat eine matte Oberfläche und ist griffiger als das 40er Polyester Stickgarn. (Ich verwende das übrigens auch sehr gerne zum Sticken mit meiner B 790.)

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An meiner BERNINA 790 nahm ich folgende Einstellungen vor:

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Stich 1330 ist ein Mehrfach-Kammstich, jeder Stich wird mehrmals genäht, so dass er dick und plastisch wird, ich liebe diesen Stich!

Ich habe Fuss 20D, den offenen Stickfuss, installiert. Der erlaubt mir freie Sicht.

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Die Nadel habe ich auf Stellung 4, die vorletzte Position, verschoben, so erreiche ich, dass sie direkt neben der Nähfuss-Sohle einsticht. An dieser Stelle entsteht der Stich, der außerhalb der Applikationskante erfolgen soll, nur die “Kammzinken” stechen ins Innere des Stoffes.

Da ich die gesamte Decke bereits mit H630, einem leichten Volumenbügelvlies, hinterbügelt habe, brauchte ich kein zusätzliches Stickvlies, um den Applikationsstich zu stützen.IMG_0497So erziele ich eine saubere Kante.
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An der Spitze des Herzens steche ich die Nadel außerhalb des Applikationsstoffes ein, lasse die Nadel auf Nadelposition unten und hebe den Nähfuss. Dank Nähfusslifter mit Kniehebel ist das eine komfortable Sache. Ich drehe das Herz ein wenig, so dass der nächste Stich, die “Kammzinke” nun genau in die Mitte des Herzens zeigt. Ist die Zinke fertig genäht, versenke ich die Nadel wiederum an der 1. Position und drehe den Stoff erneut, so dass der nun folgende Langstich an der anderen Seite des Herzens weiterführt.IMG_0501Nachdem alle Applikationen fertig gestellt waren, ging es ans “Verzieren” des Table Runners, meines neuen Tischläufers.

Dazu nahm ich zwei weitere Layer Cake Stücke und viertelte sie. Ebenso könnte ich 8 Charm Pack Stücke verwenden oder einfach 8 quadratische Stoffstücke von 5″ Kantenlänge zuschneiden.
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Ich  bügelte nun die Stoffstücke einmal diagonal links auf links, so dass ich ein Dreieck erhalte und faltete sie anschließend erneut, so dass nun ein vierfach gefaltetes kleines Dreieck mit einer offenen Kante vor mir liegt. Das Ganze wiederholte ich nun mit den 7 anderen Stoffstücken.
IMG_0506Nun legte ich sie alle in die selbe Richtung und überlappend mit der Spitze nach Innen zeigend auf den einen der beiden schmalen Kanten des Tischläufers. Wonderclips halten alles gut fest.

Damit nichts verutsch habe ich die Kante mit einer Geradstichnaht einmal abgesteppt.IMG_0507Das Ganze wiederholte ich nun auf der anderen Schmalseite meines Läufers. Zum Schluss habe ich alles einfach mit einem passenden Rückseitenstoff verstürzt.

Beim anschließenden Wenden kamen die Zacken zum Vorschein, die nun sehr dekorativ den Abschluss der Schmalseiten meiner Decke bilden.

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Da es wie gesagt die ganze Zeit regnet, ist der Steg an unserem Gartenteich nun auch patschnass, bitte verzeiht den Hintergrund 😉 Aber Fotos im Freien sind immer naturgetreuer. als geblitzte Innenfotos.

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So, der Herbst kann dann kommen, meine Decke ist fertig.

Viele liebe Grüße

Eure Tatjana

P.S: Hier noch zwei Videos von BERNINA zum Applikations-Thema:

 

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