Kreative Artikel zum Thema Nähen

Ein bequemes Yoga-Shirt selber nähen

Mit den guten Vorsätzen ist es ja so eine Sache: am Anfang des Jahres ist man voll motiviert, macht eine absurd lange Liste mit Dingen wie Sport, Sprachen, Reisen, Aufräumen, Abnehmen und so weiter. Aber wenn etwas draus werden will, reicht natürlich die Liste allein nichts, man muss schon loslegen UND: durchhalten!

In einem Artikel habe ich neulich gelesen, dass es 6 Wochen bis 3 Monate dauert, bis wir etwas verinnerlicht haben, bis es zur Gewohnheit geworden ist. Dabei spielt sogar die innere Einstellung, also Motivation (oder Überwindung des Schweinehundes) gar keine so große Rolle. Die Psychologin Wendy Wood hat ein Buch darüber geschrieben (das ich allerdings nicht gelesen habe), und erzählt, wie sie nach der Geburt ihrer Kinder endlich mit dem Joggen angefangen hat, bzw. wie es ihr gelungen ist, es auch dauerhaft zu tun.

Was hat sie gemacht? Sie hat einfach angefangen. Und weil sie dafür nur um 6.00 Uhr morgens Zeit hatte, hat sie sich gleich in den Lauf-Klamotten abends ins Bett gelegt, um auch ja keine Ausrede zu haben. Klingt verrückt, oder? Die ersten vier Wochen hat sie es gehasst, aber danach war es keine lästige Pflicht mehr, sondern schlichtweg Routine, wie das Zähneputzen. (Vielleicht sollte ich das Buch doch mal lesen… denn das mit dem Laufen kriege ich noch immer nicht hin.)
Seit ein paar Wochen gehe ich jetzt immerhin zum Yoga, und das macht echt riesigen Spaß. Danach fühle ich ich einfach großartig. So zwischen Bäume ausreißen und total entspannt. Oder eigentlich beides gleichzeitig.

Was das alles jetzt mit Nähen zu tun hat, habt Ihr ja bereits der Überschrift entnommen. Eines war nämlich klar: um richtig motiviert zu sein, und mich quasi schon vorab zu belohnen, habe ich mir natürlich das passende Outfit besorgt: Eine neue Sport-Leggins (aus recyceltem Poly) und ein passendes Oberteil. Allerdings bin ich eine Frostbeule, und bis ich warm geworden bin, dauert es etwas, also musste noch was Langärmeliges her. Mir kam sofort das Shirt “Frau Usedom” von Studio Schnittreif in den Kopf.
(Außerdem bilde ich mir ein, dass meine ungelenken Verrenkungen im stylischen Outfit nicht ganz so anfängerhaft aussehen…)

Der Schnitt ist ein klassisches Fledermaus-Shirt. Weite Ärmel und ein breiter Bund sorgen für guten Sitz und Beweglichkeit. Außerdem: ist der Schnitt erst einmal kopiert und der Stoff zugeschnitten, ist es im Nu fertig genäht.

Ich habe es hier sogar ausschließlich mit der Overlock fertig gestellt.
Dazu habe ich den Halsausschnitt gar nicht mit einem Bündchen eingefasst, sondern vor dem Schließen der Schulter- bzw. oberen Armnähte, mit einem einfachen Overlockstich versäubert. Das gleiche habe ich bei den Ärmelsäumen gemacht.

Das Schnittmuster bietet für die Ärmel zwei Varianten: einen langen Arm aus einem Stück, oder einen langen Arm mit einem Bündchen aus dem gleichen Stoff, der an der Saumkante im Bruch liegt.
Da ich einen angerauten Sommersweat genommen habe, schien mir das Doppeln des Bündchens aber zu viel. Trotzdem wollte ich die Naht haben – sieht doch irgendwie nach mehr aus, oder?
Also, wie gesagt, die Ärmelsäume sind auch “nur” ganz normal versäubert.
Ich habe dann so weitergearbeitet: Die Schulternähte habe ich geschlossen, also die komplette obere Ärmelkante gleich mit. Dann habe ich das einfache Bündchenstück an die Ärmel genäht.

Jetzt habe ich die untere Ärmelnaht, bzw. gleichzeitig ja auch die Seitennähte geschlossen. 

Zum Schluss kommt noch das Bauchbünchen. Das habe ich dann aber doch gedoppelt- dann sitzt es besser.
Zugegeben… das schwarze Teil lässt sich überhaupt nicht gut fotografieren… hier also nochmal in blau.

Den Schnitt werde ich mir bestimmt noch das ein oder andere Mal nähen. Ich denke das so an einen schönen Modal- oder Viskose-Jersey…seufz… definitiv ein tolles Shirt für Anfänger!

In meinem Outfit fühle ich mich wohl und wie schon gesagt, macht es großen Spaß. Ich gebe auch zu, dass ich nicht gedacht hätte, dass Yoga so anstrengend sein kann (ich hab sogar ein bisschen sowas wie Muskelkater…)! 

Eines fehlt mir jetzt natürlich noch: die passende Yoga-Tasche. Mal sehen ob ich mir da was einfallen lasse….

Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr schon ein paar Vorsätze in die Tat umgesetzt, oder gehört Ihr eher zu der Bleibmirblosswegdamit-Gruppe?

Eines ist klar: Falls mal der Strom ausfällt, Ihr also mal grade nicht nähen könnt, könnt Ihr das Shirt auch prima zum Faulenzen auf dem Sofa anziehen. 

Verwendete Produkte:
bernette 42
bernette 42

Themen zu diesem Beitrag , , ,

Verlinke diesen Beitrag Trackback URL

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel

2 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • gabriela arnold

    für mein yogashirt bin ich noch am schnibbeln. ich zerschneide alte zu kleine/zu grosse shirts und nähe diese dann wieder zusammen und fertige mir mein shirt aus auegedienten shirts zusammen. nochbfehlen einige zuschnitte, aber schon bald wird mein shirt in produktion gehen. das fitnessprogramm setze ich schon mal tatkräftig um. fehle vorerst nur weil schon länger abgemachte terime dazwischkommen. viel erfolg allen, die dieses jahr ebenfalls etwas für die fitness machen

    • Christiane Colsman

      Liebe Gabriela,

      das ist eine super Idee mit dem Upcycling! Viel Spaß weiterhin beim Nähen und auch beim Sport,

      Christiane

Liebe Leserin, lieber Leser des BERNINA Blogs,

um Bilder über die Kommentarfunktion zu veröffentlichen, melde Dich im Blog bitte an.Hier geht es zur Anmeldung.

Du hast dich noch nicht für den BERNINA Blog registriert?Hier geht es zur Registrierung.

Herzlichen Dank, Dein BERNINA Blog-Team