Kreative Artikel zum Thema Nähen

Neue Nähhelfer für alle Lebenslagen

Ich bin hier auf dem Blog ganz offensichtlich die Frau für Fortsetzungsromane. Ich schreibe regelmässig über Nähbücher und habe verschiedene Beiträge über Garne verfasst. Mein liebstes Dauerengagement ist aber klar die Serie zum Thema “Nähhelferlein”.

Nach den Folgen 1 und 2 kommt nun also die dritte Runde. Es sind auch dieses Mal wieder nützliche, neuartige und natürlich verrückte Näh-Gadgets dabei. Das pinkfarbene Ding, das Ihr auf dem Vorschaubild gesehen habt, kommt übrigens ganz zum Schluss. Safe the best for last. Ihr kennt das.

Bügelunterlage von Snaply

Wir alle wissen, dass Bügeln zum Nähen dazugehört. Ich schiebe den Schritt aber gerne vor mir her, um nicht jedes Mal das grosse Hightech-Brett aus dem Kämmerchen rollen zu müssen. Diese flexible Unterlage im Format 65 x 46 cm  aus hitzeresistentem Stoff bietet Abhilfe. Wenn laut Anleitung ein Kragen gebügelt oder eine Einlage angebracht werden soll, zaubere ich ab sofort das silberne Teil hervor, platziere es auf dem Tisch oder dem Boden und lege los.

Hot Hemmer von Clover

Bleiben wir beim Bügeln. Die japanische Firma Clover hat schon länger eine Art Handmass aus Filz im Sortiment, mit dessen Hilfe man Säume, Taschen oder auch Ecken ausmessen und vorbügeln kann (link im Foto, bereits hier vorgestellt.) Nun legt Clover nach und stellt ein längliches Element vor, das meiner Meinung nach noch praktischer ist als das erste. Der “Hot Hemmer long” gehört meiner Meinung in den Bestand jeder Hobbynäherin.

Iron Finger von Clover

Dieses Tool ist zwar laut Beschreibung für alle möglichen Einsatzgebiete geeignet (wenden, bügeln, markieren und rollen), so richtig überzeugt es mich aber nicht. Der “Iron Finger” (in Anlehnung an das englische “Hot Iron” = Bügeleisen) ist meiner Meinung nach vor allem hilfreich, wenn ihr ein rundes Element plätten wollt. Denkt beispielsweise an genähte Taschengriffe. Wer zudem gerne backt, kann den Eisenfinger sicher auch zum Teig Schaben benutzen…

Dreifuss-Schlagwerkzeug und Kreativhammer von Prym

Beim Nähen führen bekanntlich viele Wege zum Ziel. Ich arbeite bereits seit Jahren mit der Vario-Zange von Prym, um Druckknöpfe und Ösen anzubringen. Doch manchmal reicht die Kraft in meiner Hand nicht aus, um die Metallelement sicher im Stoff zu verankern. Der holländische Nähartikelspezialist hat nun auch für die schwierigeren Fälle (Jeans, Twill etc.) eine Lösung im Sortiment: ein Dreifuss-Schlagwerkzeug. Je nach Knopf oder Öse werden unterschiedliche Elemente eingebaut, die auch jeweils den Verkaufspackungen beiliegen. Den Kreativhammer kann man übrigens auch für viele andere Bastelarbeiten benutzen.

“Hold It Precision”-Stiletto von Clover

Ich bin keine Quilterin, aber manchmal lasse ich mich doch dazu hinreissen, etwas zu patchen. Und jedes Mal werden meine Blöcke trotz sorgfältigem und korrektem Zuschnitt irgendwie schief. Ich habe das mal rekonstruiert, der “Fehler” passiert immer ganz zum Schluss, wenn ich die Teile zusammenfüge. Im Moment, wenn das letzte Stück Stoff unter dem Nähfuss transportiert wird, rutsche ich immer etwas aus der Bahn. Deswegen glaube ich, dass dieses stiftähnliche Tool von Clover eine grossartige Zukunft vor sich hat. Mit Hilfe des Stilettos könnt Ihr den Stoff beim Nähen oder auch beim Bügeln “festhalten”. Es gibt eine hakenförmige und eine gummibeschichtete Seite, je nach Material, das fixiert werden soll.

Linealhalter und Linealstopper von Snaply

Ich arbeite oft dem Rollschneider, um beispielsweise Bündchen zuzuschneiden oder Stoffkanten zu begradigen. Das klappt meist ganz gut, doch manchmal rutscht das Lineal auf den letzten Zentimetern weg. Seit ich mir vor einigen Jahren einen Gipsy Gripper gegönnt habe, klappt das besser. (Zur Info: Ein Gipsy Gripper ist eine Art riesiger Telefonhörer, mit dessen Hilfe das Lineal auf den Stoff gedrückt werden kann.) Das Gerät der Firma Gipsy Quilter aus den USA hat aber zwei Nachteile: Es ist erstens echt teuer in der Anschaffung und zweitens lässt die Sogwirkung der Näpfe im Laufe der Zeit nach. Der bairische Nähartikel-Anbieter Snaply führt seit kurzer Zeit ebenfalls einen Linealhalter im Programm. Anders als beim Gipsy Gripper setzt das Snaply-Tool allerdings nur an einer Stelle an. Dafür funktioniert das Ansaugen per Handgriff prima. Ich habe ein wenig recherchiert und gesehen, dass es auch bei Gipsy Quilter Einzelelemente gibt. Die kleinste Variante entspricht dem Snaply-Modell bis auf wenige Details. Der Preisvergleich zeigt, dass die Bayern trotzdem die Nase vorne haben. Ein weiteres kleines, aber feines Hilfsmittel sind die selbstklebenden Klebepunkte, die Snaply ebenfalls im Sortiment führt. Mit Linealhalter und Stopperpunkten verrutscht beim Zuschnitt garantiert nichts mehr.

Roll & Press von Clover

Ach, Clover, ich bin einfach euer grösster Fan. Das neueste Gadget der Japaner heisst Roll & Press (übersetzt “Rollen und Bügeln”) und ist einfach nur genial. Ich bin sogar bereit, meinem liebstes Teil, dem Clover-Fingerbügeleisen, die Goldmedaille abzuerkennen. Rauf auf’s Podest mit dir, Roll & Press-Helferlein! Es ist so simpel. Einfach mit wenig Druck über das Nähgut rollen und die Nahtzugaben nach rechts und links drücken. Bügeln ohne Strom, sozusagen. Das Ergebnis ist im Vergleich zum Fingerbügeleisen noch eine Spur exakter. Aber am Ende kann ich beiden Tools klar meinen Segen erteilen.

Wonder Zip von Snaply

Kennt Ihr noch diese merkwürdigen Klammern, mit denen unsere Mütter und Grossmütter auf dem Sitzplatz das Tischtuch an der Platte festgeklammert haben (0der es vielleicht noch immer tun)? Genau daran erinnert mich der neueste Streich aus dem Hause Snaply. Der Wonder Zip ist ein kleines, gebogenes Teil aus Metall, mit dem ihr Endlosreissverschlüsse einfädeln könnt. Eine echte Erleichterung für Näherinnen, die viel mit diesen Zippern arbeiten. Wenn man den Dreh raus hat, geht es wirklich sehr schnell. Ich musste aber erst ein wenig üben. Aber das geht in Ordnung.

Faden-Fee von Prym

Die Faden-Fee ist eine Art Reparaturnadel, mit der ihr lose Fäden “einfangen” und auf die linke Seite ziehen könnt. Das funktioniert deswegen so gut, weil sich am Nadelende anstelle eines Öhrs eine geriffelte Fläche befindet. Die Faden-Fee gibt’s für kleines Geld und sollte deswegen in keinem Haushalt fehlen.

Kragenwender von Clover

Es gab vor ein paar Jahren mal eine Werbeaktion. Da bekamen die Kunden zu jedem gekauften Glas Nutella einen so genannten Nutellastreicher. Genau so sieht dieses Gadget aus, das Clover ebenfalls erst vor wenigen Wochen auf den Markt gebracht hat. Anfangs dachte ich, ein Kragenwender sei weder innovativ noch ein Must-Have. Ich lag falsch. Der Nähhelfer mit unterschiedlich geformten Enden liefert nahezu perfekte Ergebnisse beim Ausformen von Kragendetails. Jemand, der wie ich immer mal wieder Hemden näht, braucht das Ding. Ehrlich. Ich habe, um das Gesagte zu unterstreichen, ein kleines Beispiel genäht. Kleine Winkel können mit der messerähnlichen Spitze ausgeformt werden, grössere Winkel werden mit der spatelartigen Seite modelliert.

Einfach Karl

Hier ist er, der Karl, das pinkfarbene Ding vom Beitragsbild. Karl also. So heisst dieses lustige Helferlein, das nicht von einem der grossen Konzerne, sondern in Eigenregie von einer Frau namens Sabine unter dem Label Einfach Karl vertrieben wird. Es ging ihr so, wie vielen anderen Näherinnen auch. Da sich deutschsprachige Schnittmusterdesigner (im Gegensatz zum Rest der Welt) hartnäckig weigern, Nahtzugaben in den Schnitt einzuzeichnen, bleibt Frau oft nichts anderes übrig, als mit dem Handmass die fehlenden Zentimeter einzutragen. Ich arbeite schon sehr lange mit dem wunderbaren Parallelkopierrad von Prym, schaut mal hier. Dort beträgt die Minimal-Einstellung aber 1,5 Zentimeter. Heisst: Was für Webware total okay ist, ist für Maschenware too much. (Es sei denn, man lebt damit, dass viel Stoff verschwendet wird.) Ich habe bisher alle Jerseys und Sweats daher nach Augenmass mit einer Nahtzugabe von zirka einem Zentimeter zugeschnitten, weiss aber, dass diese eher mutige Vorgehensweise nicht Jedermanns Sache ist. Die Alternative: Einfach Karl! Das kleine Kerlchen lässt sich so justieren, dass eine Nahtzugabe von einem Zentimeter problemlos berücksichtigt werden kann. Einfach den Karl (per Magnet) an der Schere befestigen und schnipp-schnipp-schnipp.

 

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Kommentare zu diesem Artikel

3 Responses

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  • stoffmadame

    Hallihallo,
    mir hat der Artikel auch viel Freude gemacht. Und wenn mir das Roll&Press-Teil begegnet, ist es meins. 😉
    Vielen Dank dafür!
    Außerdem interessiere ich mich sehr für den Kreativ-Hammer und das Einschlagwerkzeug von Prym (ein deutsches Unternehmen aus der Nähe von Aachen ;)) Ich benutze meist die Variozange, aber meine Hände werden empfindlicher. Und mein Tisch ist aus Weichholz, darum hatte ich nie Lust zum Hämmern. Darum habe ich immer davon abgesehen, größere Knöpfe etc als für die Variozange zu kaufen. Meinst du, dieser runde Fuß verteilt die Kraft des Schlages so, dass ich mir keine Dellen in den Kiefertisch haue? Der Hammer ist ja auch nicht aus Stahl?
    “Jieperige” Grüße, stoffmadame

  • Heike Rosenbaum

    Ich bin auch schon absoluter Fan von Roll & Press. Ganz besonders beliebt bei meinen Kursteilnehmerinnen bei Pojagi und nähen auf Papier. Unschlagbar! Da ich auch zu denen zähle, die Neues gern ausprobieren, ist so Einiges von dem oben genannten bei mir in Gebrauch und wird gut genutzt. Ein Glück, dass es so findige Köpfe gibt, da können wir uns ganz unseren Liebliungshobby widmen. Dabnke für den schönen Beitrag!
    Viele Grüße
    Heike

    • Bettina Leinenbach

      Sehr, sehr gerne geschehen. Macht mir ja auch Riesenspass, die neuen Sachen auszuprobieren.

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