Kreative Artikel zum Thema Nähen

Tipps zur Verwendung von Panels für Kleidung

 

Liebe Community

Immer wieder lese ich in Foren und Nähgruppen, dass Schnittmuster gesucht werden für Panels und Rapportstoffe. Der Gedanke, ein “Bild” für ein Kleidungsstück zerschneiden zu müssen, bringt viele offenbar ins Grübeln. Was mache ich mit dem Rest? Eignet sich der Schnitt meiner Wahl überhaupt für mein Projekt?

3 Shirts aus 2 Panels (Gr. 152, 116 und 158, Schnitt: ChamäLeah, ChamäLeon)

Schauen wir uns zuerst an, worum es sich handelt.

Was versteht man unter Panel- bzw. Rapportstoffen?

Darunter versteht man Stoffabschnitte aus beispielsweise Jersey, Sweat oder Webware, auf denen ein Motiv abgebildet ist. Das Panel ist das Motiv, der Rapport die Distanz bis zur nächsten Wiederholung. Diese hängt von der Grösse des Motivs ab.

Auch kleingemusterte Stoffe haben einen Rapport, nur fällt der weniger bis gar nicht ins Gewicht, weil die Distanz zur nächsten Muster-Wiederholung kleiner ausfällt.

Das Panel kann sich über die gesamte Stoffbreite erstrecken oder auch nur einen Teil. Es kann ein oder mehrere Motive enthalten oder ein Motiv und den Kombistoff direkt dazu. Aus dem Motiv wird dann ein Hauptschnittteil geschnitten und aus dem Kombistoff-Teil der Rest. Auch Bordüren, also Motive die sich an der Stoffkante entlang befinden, sind sehr beliebt. Dabei handelt es sich um bi-elastischen Stoff, der dann für das Kleidungsstück gegen den Maschenlauf zugeschnitten werden kann.

Viele dieser Stoffe werden im Digitaldruck-Verfahren hergestellt und die Bilder sehen aus wie Fotos oder Collagen. Es gibt aber auch grafische Motive oder Zeichnungen.

Oben: Grosses Panel von Stenzo Textiles (Rapport 120, Panel 75 breit, Stoffbreite 150) Unten: Sommerelfen von Lillestoff (Rapport 82, Panel 60 breit, Stoffbreite 150)

Bei diesen beiden Stoffen handelt es sich natürlich nur um Beispiele. die Vielfalt an Panelstoffen ist gross und die Geschmäcker sind verschieden. Diese beiden illustrieren die Unterschiede sehr gut.

Welche Schnittmuster eignen sich für solche Stoffe?

Manchmal ist es nicht so einfach abzuschätzen, welches Schnittmuster am besten geeignet ist, ein Panel zu vernähen. Das hängt sehr von dessen Grösse ab. Wird es eher ein Mädchenkleid oder ein Kinderpulli? Oder etwas für Erwachsene? Passt das schmale Shirt drauf oder muss es eher etwas in A-Linien-Form sein? Das hängt natürlich alles sehr vom Panel ab.

Um das besser abschätzen zu können, ist es wichtig, die Rapportlänge und die Stoffbreite zu kennen. Bei einem Rapport von 70 cm lassen sich schöne Shirts oder Pullis nähen.

Einfaches Longsleeve aus 1 Panel (ChamäLeah Grundschnitt)

Grössere Rapporte eignen sich eher für Kleider. Bei grossen Motiven kann es in den kleinen Grössen schon mal dazu führen, dass ein grosser Teil abgeschnitten wird. Das ist unter Umständen schade. Aber aus dem Rest lassen sich dann zum Beispiel noch eine Mütze und ein Loopschal nähen.

Shirtkleid in Grösse 104 (ChamäLeah E2) mit Loopschal (ChamäLeah E3), Beanie & Loopschal

Da die meisten dieser Stoffe in der Länge wie in der Breite gleich elastisch sind, ist es möglich, einige Teile auch gegen den Maschenlauf zuzuschneiden.

Was tun, wenn das Panel zu wenig gross ist für mein Projekt?

Eine Kundin von mir wünschte sich ein T-Shirt mit einem Panel, das nicht für ein ganzes Shirt reichte. Es reichte nicht mal für das Vorderteil. Zudem ist der Motivansatz oben, wie unten nah am Rand, das lässt wenig Spielraum. Der Halsausschnitt würde bereits einen Teil des Motivs kosten. Aber auch dafür gibt’s eine Lösung.

Das Nipnaps-Panel “Aquarell Frenchie” (Bild: ZVG)

Die Lösung hier liegt in der Teilung. Man besorge sich einen farblich passenden Kombistoff in ähnlicher Qualität (idealerweise falls vorhanden beim gleichen Anbieter) und teile das Vorderteil an einer passenden Stelle. Hier habe ich weiss gewählt und damit auch gleich die Flügelärmel und das Rückenteil zugeschnitten.

Panel Aquarell Frenchie von Nipnaps als ChamäLeah in Grösse 164 mit Teilung

Damit der Halsausschnitt nicht das Motiv tangiert, kann man in manchen Fällen auch auf einen Raglan-Schnitt zurückgreifen. Dort ist der Halsansatz höher, weil die Ärmel ja einen Teil des Halsausschnittes bilden.

Im folgenden Beispiel sieht man, wie der Halsausschnitt bei einem normalen Shirt das Motiv anschneiden würde (oberes Bild). Es wäre zudem nicht schön mittig auf dem Vorderteil platzierbar. Der Wechsel auf einen Raglan-Schnitt entschärft das Problem (unteres Bild).

Oben: angeschnittenes Motiv mit ChamäLeah-Vorderteil.
Unten: das Motiv bleibt ganz mit Ragland-Vorderteil von Rag’n’Bone.
Bild: ZVG

Vernähte Beispiele

Gerne zeige ich hier noch ein paar vernähte Beispiele von Panels zur Inspiration.

Chamäleon Grösse 152

 

ChamäLeah in 116

 

Rag’n’Bone Oversize-Shirt in Grösse 142 (Bild: ZVG)

 

ChamäLeah-Shirtkleid in 116

 

ChamäLeah Sommerelfen-Kleid in 116 mit Freebook “Feenflügel”

 

Noch bis am 16. April: FMD Nähchallenge

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar nützliche Tipps geben und euch inspirieren. Natürlich würde ich mich freuen, im Community-Bereich im Rahmen der Mitmach-Aktion “FMD-Nähchallenge” noch einige vernähte Panels zu entdecken – es gibt tolle Preise zu gewinnen. Die Schnitte für die Challenge gibt’s hier.

Herzlich,
Denise Pernet

Die FMD-Nähchallenge wird unterstützt von:

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