Kreative Artikel zum Thema Quilten

Bubbles – Ein Quilt aus Drunkards-Path-Blöcken

Der Drunkards Path ist ein traditioneller Quilt-Block, der viele Designmöglichkeiten bietet. Da dabei eine Rundung genäht werden muss, hält es bestimmt viele von euch erst einmal davon ab, ihn auszuprobieren. Mit meinem heutigen Tutorial möchte ich euch diesen Block mal schmackhaft machen!

Diesen Quilt habe ich kürzlich auf Kundenwunsch gemacht und dabei die Vorgehensweise verwendet, die ich euch in diesem Tutorial zeigen möchte.

Materialbedarf Quilt ca. 137 x 160 cm

  • 168 (bunte) Quadrate 4″ x 4″ Inch (ca. 10 x 10 cm)
  • 2,30 m Hintergrundstoff für das Quilttop (Stoffbreite 112 cm)
  • 170 cm Volumenvlies ( Freudenberg H277 Baumwollvolumenvlies, 150 cm breit)
  • 170 cm Rückseitenstoff (Stoffbreite 150 cm)
  • 50 cm für das Binding (Stoffbreite 112 cm)
  • farblich passendes Nähgarn zum Nähen und Quilten
  • Inch Lineal
  • Inch Fuß #37
  • Obertransportfuß #50

Schablone für den Drunkards-Path-Block

Ich habe euch ein PDF erstellt, auf dem die Schablone in Originalgröße mit Nahtzugabe von 1/4″ aufgezeichnet ist. Diese klebt ihr am besten auf dünne Pappe auf und schneidet dann die Konturen samt der Nahtzugabe aus. So erhaltet ihr eine Schablone, die bei den vielen Viertelkreisen für diesen Quilt schön stabil bleibt!

Download PDF-Schablone BERNINA – Bubbles – Drunkards Path: BERNINA Bubbles Drunkards Path 5 Inch

Bitte achtet darauf, das ihr bei euren Druckeroptionen “Tatsächliche Größe” eingestellt habt!

Zuschneiden und Nähen

Die Schnittkante des Stoffes für den Blockhintergrund gerade zuschneiden, aufklappen – und falls ihr einen Musterstoff verwendet – die Rückseite des Stoffes nach oben auslegen. Dann die Schablone für den Block Hintergrund wie im oberen Bild gezeigt auflegen und aufzeichnen. Insgesamt braucht man 168 solcher Schnitteile… Aus einer Reihe / Stoffbreite bekommt ihr 10 Schnitteile raus. Ich habe bei dem Stoffbedarf genug Zugabe berechnet, falls ihr euch mal verschneiden solltet!

Aus den Stoffquadraten schneidet ihr die farbigen Kreisschnitteile, wie oben gezeigt, zu. Auch hier auf der Stoffrückseite die Linien mit einem Bleistift oder Stoffmarkierstift übertragen.

Wenn ihr alle Schnittteile zugeschnitten habt, faltet sowohl die Viertelkreise als auch die Stoffhintergrund-Schnittteile einmal in der Mitte und falzt diese Mitte mit den Fingern.

Die Falze auf den beiden Stoffteilen dienen euch zur Orientierung, wo ihr die beiden Schnittteile in der Mitte aufeinander zusammenstecken sollt. Steckt eure (dünnen) Stecknadeln quer zum späteren Nahtverlauf. Die Schnittkanten der beiden Schnittteile sollen deckungsgleich aufeinander ausgerichtet werden.

Nachdem ihr die Mitte festgesteckt habt, werden als nächstes die beiden äußeren Kanten ausgerichtet und festgesteckt.

Im nächsten Schritt steckt ihr den Rest des Viertelkreises mit dem Hintergrundstoff zusammen. Denkt daran: die Schnittkanten beider Teile sollen genau aneinander entlang verlaufen.

Mit dem Inchfuß, an der Schnittkante entlang vorsichtig über die gesteckten Nadeln hinüber nähen. Der Inchfuß ist so konzipiert, dass das Maß vom Punkt des Nadeleinstichs bis zur rechten äußeren Kante genau 1/4″ Inch beträgt. Wenn ihr alle Blöcke fertig genäht habt, dann bügelt die Nahtzugabe – auseinander oder in eine Richtung bleibt euch überlassen. Ich habe meine Nahtzugabe auseinander gebügelt, damit die Naht schön flach ist.

Trimmen der Viertelkreise

Das häufigste Problem beim Nähen der Kreise besteht darin, dass sie nach dem Bügeln verzogen sind. Das liegt daran, dass sie schräg zum Fadenlauf geschnitten und genäht werden. Und das anschließende Bügeln tut das seine dazu… Wenn man, wie bei diesem Tutorial, aber etwas mehr Zugabe einplant, kann man die Blöcke nach dem Nähen und Bügeln dann auf das gewünschte Maß trimmen – zurechtschneiden!

Im ersten Bild seht ihr, wie ihr im ersten Schritt den Viertelkreis trimmt. Dazu habe ich hier ein kleineres quadratisches Inch-Lineal verwendet, geht aber auch mit einem normalen Inch-Lineal. Legt euer Lineal so an, dass die Markierung von 3 3/4″ Inch an der Naht zwischen buntem und Hintergrundstoff anliegt – auf beiden Seiten der Kreisnahtlinie. Dann trimmt beide überstehenden Stoffteile.

Im zweiten Schritt dreht ihr euren Block. Richtet nun euer Lineal an der vorher getrimmten Schnittkante an der 5″ Inch-Linie aus. Trimmt auch hier den Überstand an Hintergrundstoff weg.

Eure Blöcke haben nach dem Trimmen ein Maß von 5″ x 5″ Inch.

Blöcke zu Kreisen gestalten

Für den Quilt braucht ihr 39 volle Kreise bestehend aus je 4 Viertelkreisen und 6 Halbkreise bestehend aus ja 2 Viertelkreisen.

Ihr könnt die Kreise, wenn ihr viel verschieden Farben und Drucke verwendet habt, sehr gezielt zusammenfügen, d.h. genau darauf achten, was zusammen passt. Oder ihr nehmt sie so, wie sie kommen, was ziemlich spannend wirken kann.

Beim Zusammennähen der Kreise stecke ich mit durch die Nahtzugaben nochmals Stecknadeln. Dann kommen die Nahtlinien beim späteren Bügeln entsprechend passgenau heraus.

So sollte dann ein fertiger Block aussehen. Das Maß dieses Blocks beträgt jetzt 9 1/2″ Inch.

Quiltsandwich und Quilten

Als Quiltsandwich bezeichnet man die 3 Lagen, aus denen man einen Quilt zusammenfügt. Das sind Quilttop, Vlies und Rückseitenstoff. Diese kann man mit Quiltnadeln oder Reihgarn heften oder mit Textilsprühkleber miteinander verbinden. Ich verwendet letztere Methode, da ich beim Quilten mit der Maschine damit die besten Erfahrungen gemacht habe: keine ungewollten Falten auf der Rückseite und kein unnötiges Unterbrechen beim Quilten, um die Nadeln rauszuziehen.

Ich habe bei diesem Quilt mit dem Obertransportfuß #50 gequiltet. Damit lassen sich sehr exakte und schöne Linien quilten. Man nennt diese Form des Quilten “Straightline Quilting”. Als Stichlänge quilte ich solche Linien immer mit 4 mm.

Um einen Anhaltspunkt zu haben, wo ich entlang quilte, habe ich die in vertikaler Richtung verlaufenden Teilungsnähte gewählt. Die linke Innenseite meines Obertransportfußes läuft dabei immer entlang der Teilungsnaht.

Bei den Kreisen muss man dann etwas Geduld aufbringen, um exakt entlang dieser Linien zu quilten. Vor dem Kreis mit Nadelposition nach unten stoppen und den Nähfuß entsprechend justieren und dann die Kurve um den Kreis in Angriff nehmen – das wird!

Am Ende, wenn alle Linien gequiltet sind, trimmt man den Quilt entsprechend der Maße des Quilttops und bringt das Binding an. Wie das geht, hat Dorthe Niemann hier auf dem BERNINA Blog sehr gut und ausführlich beschrieben: Tutorial für das perfekte Binding

Kurz noch ein Bild nach der Fertigstellung und dann kann der Quilt auch schon in die Hände der neuen Besitzerin!

Weitere Designmöglichkeiten mit dem Drunkards Path Block

Am Anfang des Artikels schrieb ich darüber, dass dieser Block unzählige Möglichkeiten zum Gestalten bietet. Hier ein paar einfache Layouts, die man z.B. in Größe eines Kissens arbeiten kann:

Ich hoffe, euch gefallen meine Anregungen zu diesem vielfältig gestaltbaren Block und ich konnte euch etwas die Angst vor dem Kurvennähen nehmen? Wenn ja, dann freue ich mich schon auf eure Ergebnisse. Zeigt sie uns in der BERNINA Community!

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Kommentare zu diesem Artikel

6 Responses

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  • Monika Koller

    Ich kann meine Decken nicht mit meiner Bernina 350 nicht Quilten, weil sie zu groß sind und ich sie nicht zwischen der Nähmaschine bringe. Macht ihr das alles mit der Nähmaschine, weil das ist nie beschrieben, wie ihr das mit dem Quilten macht. Das ist ja nur eine ” Wurschtlerei” bei mir, daher blage ich mich immer mit der Hand. Sonst gefallen mir die Anregungen sehr, sehr gut. Danke

    • Andrea Kollath

      Liebe Monika,

      ich habe diesen Quilt mit meiner BERNINA 330 gequiltet!

      Um es mir beim Quilten etwas einfach zu machen, verbinde ich alle drei Lagen (Quiltsanwich) mit Textilsprühkleber. So können die Lagen nicht gegeneinander verrutschen und es gibt keine ungewollten Falten.

      Das im folgenden beschriebene geht nur, wenn du die Lagen wie vorher erläutert, miteinander verbunden hast. Wenn du hingegen heftest oder mit Quiltnadeln arbeitest, musst du immer von der Quiltmitte aus zum Rand hin arbeiten!

      Mit dem Quilten beginne ich an einer Seite und arbeite mich bis zur Mitte hin durch. Das Material, das dann unter dem Nähmaschinenarm liegt, rolle ich ein. Bin ich bei der Mitte angelangt, wende ich den Quilt und beginne von der anderen Seite bis zur Mitte zu arbeiten.

      So kannst du das dann mit deiner BERNINA380 auch machen 😉

      Ich hoffe, das dir das geholfen hat?

      Liebe Grüße,

      Andrea

  • danielabr

    Hallo Andrea, dein Projekt wirkt grossartig. Grosses Kompliment. Ich habe nur das Titelbild gesehen und schon gewusst…. Da steckt Andrea dahinter.

    Gefällt mir sehr gut. Hoffe noch auf viele Ideen von dir. Kreative Grüsse Daniela

    • Andrea Kollath

      Liebe Daniela,

      was ein schönes Kompliment, tausend Dank! Hoffe, wir sehen uns recht bald wieder im Creative Center?!?

      Liebe Grüße,

      Andrea

  • Christa Kleingünther

    Liebe Andrea, danke für Deine ausführliche Anleitung, da ist mir doch eine Idee für einen wunderschönen „ Scrap Quilt“ gekommen mit etwas kleineren hellen Grundstoff. ( Damit auch viele Reststoffe passen, Frau schmeißt ja so ungern weg.)

    Christa

    • Andrea Kollath

      Liebe Christa,

      fru mich, dass dir die Anleitung so gut gefällt und ich dir die Anregung für einen Scrapquilt habe liefern können! Ich hoffe auf Bilder 😉 und wegschmeißen geht gar nicht!!!

      Liebe Grüße,

      Andrea

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