Kreative Artikel zum Thema Nähen

Schnittteile für Innenfutter erstellen

Wollt ihr zur Jacke, zum Mantel oder zu einem anderen Kleidungsstück ein Innenfutter nähen? Ich zeige euch heute, wie ihr anhand eines vorliegenden Schnittmusters einen Schnitt für das Innenfutter erstellen könnt.

Ich bin jemand der extrem darauf achtet, wie meine genähten (aber auch gekauften) Sachen innen aussehen. Das war damals auch einer der Gründe, nicht den bekannten Rucksack zu kaufen, sondern meinen eigenen Schnitt mit Innenfutter zu erstellen. Den Schnitt gibt es übrigens hier. Weitere Versionen davon findet ihr hier (Version 1),  hier (Version 2) und hier (Version 3) direkt auf dem BERNINA Blog. Die neueste Version, “Der andere Rucksack 2.0”, ist erst kürzlich erschienen. 

Heute geht es nicht um Taschen, sondern um Kleidung. Auch da sollen meine Sachen möglichst schön und ordentlich aussehen. Besonders zum Beispiel bei einem Mantel, den man doch wenigstens ab und zu offen trägt.

Es gibt aber sehr viele Schnitte, die ein Futter nicht vorgesehen haben. Das heißt nicht, dass sie sofort aus der Auswahl verschwinden, denn es ist sehr einfach, ein Futter selbst zu erstellen. Das zeige ich euch jetzt.

Anleitung – Schnitt für Innenfutter erstellen

Vorab, ihr könnt für diese Anleitung jeden Schnitt nehmen. Ich werde es euch anhand des Schnittmusters “Frau Linda” zeigen, aber es funktioniert bei jedem anderen Schnitt auch. Das Prinzip bleibt immer gleich. Wenn man es einmal verstanden hat läuft es von alleine.

Als erstes brauchen wir alle Schnittteile vom Außenmantel und den Belegen. Falls euer Schnitt ganz ohne Belege ist, müsst ihr euch noch etwas gedulden. Ganz bald erkläre ich euch auch, wie man Belege selber erstellen kann.

Am Rückenteil fangen wir an. Legt das Schnittteil vom Rückenteil vor euch hin und das Schnittteil vom hinterem Beleg darauf. Das Ganze so, dass die hintere Mitte und der Halsausschnitt bündig aufeinander liegen. 

Hier seht ihr, dass der Beleg noch weiter geht. Das liegt daran dass der Mantel Raglanärmel hat, die Belege aber eine andere Schnittführung haben. Das ist im ersten Moment etwas verwirrend, wird sich aber gleich auflösen.

Ihr zeichnet jetzt auf euerem Rückenteil unter dem Beleg eine Schnittlinie. Alles, was sich unter der Linie befindet, ist euer Schnittteil für das Futter. An der Schnittlinie müsst ihr lediglich beim Futter und dem Beleg eine Nahtzugabe zufügen.

Jetzt nehmt ihr den hinteren Ärmel und legt ihn so hin, wie er später mit dem Rückenteil verbunden wird. Und schon könnt ihr sehen, wo der Rest vom Beleg hin muss. Als nächstes macht ihr wieder eine Linie darunter und notiert, dass da auch eine Nahtzugabe hin muss.

Nach dem gleichen Prinzip verfahren wir jetzt beim Vorderteil. Erst das Vorderteil und vorderen Beleg auf einanderlegen und den Beleg abzeichnen.

Dann den vorderen Ärmel dazu und da weitermachen.

Falls ihr einen Mantel näht solltet ihr im Rücken eine Bequemlichkeitszugabe machen. Das heißt nichts anderes als das ihr im hinterem Bruch beim Zuschnitt etwa 5 cm extra zugeben müsst. Diese werden beim nähen, am oberen und unteren Stoffkante,  auf einer länge von etwa 7 cm zusammen genäht damit sie zu dem Rest passen. Den unteren Saum und die Ärmel kann man auf verschiedene Art und Weise nähen, mit Beleg und ohne. Wenn ihr es mit Beleg nähen wollt, müsst ihr den vom Futter wieder abrechnen, in der Höhe die euch gefällt. Auch da wieder an die Nahtzugabe denken.

Das Futter ist also nichts anderes als das Schnittteil minus Beleg plus Nahtzugabe, sehr einfach eigentlich.

Bei vielen Schnitten geht es noch viel einfacher, weil die Belege die gleiche Schnittführung haben wie die Außenteile. Ihr könnt euch jetzt die Schnittteile extra abpausen oder es so machen wie ich, abschneiden und wieder dran kleben.

Nicht wundern ich habe aus dem Mantel eine Jacke gemacht 😉

Falls ihr noch weitere Fragen dazu habt oder eine visuelle Hilfe braucht, bei mir auf Instagram findet ihr weitere Infos und Videos dazu. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Futter-erstellen und beim Innenfutter-nähen für Mantel oder Jacke!

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Kommentare zu diesem Artikel

6 Antworten

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  • Gabi Albrecht

    Hi Lee, Danke für die Erklärung.Vielleicht wäre es für jemanden, der noch nie ein Futter eingenäht hat auch gut zu wissen, wie das Futter des Ärmel eingenäht wird. Das ist schon ein wenig tricky.  

    • Lee

      Hallo Gabi,

      sicherlich. Aber hier ging es halt nur um die Schnittteile. Soll ich vielleicht noch eine Anleitung machen wie man Futter näht?

      Liebe Grüße

  • Enny Kraft

    Ich nähe seit über 35 Jahren und habe das auch schon einmal gemacht und finde, ganz so einfach ist es nicht. Diese Methode würde ich nur bei wattierten, gesteppten Futtern verwenden. So wie ich es gelernt habe, werden am Rücken ein paar Zentimeter Bequemlichkeitszugabe hinzugeben und als Falte genäht, unten am Saum wird das Futter verkürzt und an den Außenteilen entsprechend verlängert. Außerdem sollten auch Armloch und Ärmel um ein paar Zentimeter angehoben werden um eine bessere Beweglichkeit zu gewährleisten. Übrigens: Kann es sein, dass Bild 2 und 4 das gleiche ist?

    • Lee Korljan

      Hallo Enny,

      Den Teil mit der Bequemlichkeitszugabe im Rücken ist in einem der Kommentare schon ergänzt, ich hatte extra auf meinen Kanal auf Instagram für weitere Details verwiesen. Werde es aber auch hier ergänzen wegen Vollständigkeit. Bei einer Jacke, wie bei meiner hier, habe ich es nicht mal gemacht weil es unnötig ist, deswegen ist es auch nicht im Text gewesen. Der Fehler mit dem Bild kann, denke ich, jedem passieren. Die Änderungen am Ärmel habe ich nie gemacht. Ich hatte auch Rücksprache mit einer Schneiderin die bestätigt hat es wäre ok so. Außerdem ist gerade das so schön am nähen-jeder kann machen wie er möchte.

  • Karin Schwärzel

    Guten Tag, vielen Dank für das einfach erklären der Schnitterstellung. Braucht es im Rückenteil nicht noch eine Bequemlichkeitszugabe/Falte? Ärmel werden einfach eins zu eins übernommen? Mit freundlichen GrüssenKarin SchwärzelPS: ohne Instagram 😉

    • Lee Korljan

      Ja, im Rücken einfach im Bruch 5 cm mehr zuschneiden und oben und unten zusammen nähen damit es auf den Rest passt. Die Ärmel in diesem Fall so wie oben beschrieben, also minus Beleg plus Nahtzugabe.

      Liebe Grüße,

      Lee

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