Kreative Artikel zum Thema Nähen

Stoffe natürlich färben – eine Inspiration

Stoffe selbst färben – das geht auf viele unterschiedliche Art und Weisen.

Ich habe bereits Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Methoden ob im Kochtopf, in der Schüssel in der Badewanne oder direkt in der Waschmaschine. Am besten gefällt mir dabei das natürliche Färben mit Pflanzen.

Es gibt ein großes Spektrum an Pflanzen mit denen man tatsächlich färben kann und viele davon findet man sogar im eigenen Garten, wie z.B. Ringelblume, Holunderbeere oder Rosmarin.

Natürlich färben heißt oft allerdings Verzicht auf kräftige Farben. Viele Töne befinden sich eher im Pastellbereich. Und das passt ganz hervoragend zum Frühling, der hoffentlich bald kommt!

Färben mit Pflanzen

Für das Färben mit Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen braucht man Geduld und Ausdauer, denn die Prozedur dauert mehrere Stunden bis Tage, je nachdem womit man färbt und was für ein Ergebnis man erzielen möchte. Hinzu kommen die Vorbehandlung und die Trocknungsphasen.
Es ist eine gute Tätigkeit um sich ein wenig in Entschleunigung zu üben, worin ich selbst übrigens auch nicht gut bin.

Die Stoffwahl zum Färben

Nicht alle Stoffe lassen sich färben und für ein gutes Ergebnis muss einiges beachtet werden:

  1. der Stoff sollte zu 100% aus Naturfasern wie z.B. Baumwolle,Leinen, Wolle oder Seide bestehen.
  2. am besten ist der Stoff ungefärbt oder aber weiss. Toll eignen sich auch alte Bettlaken oder Tischdecken, denn diese wurden schon oft gewaschen und enthalten nur noch sehr wenige chemische Bestandteile, die den Färbevorgang stören könnten.
  3. der Stoff muss vorher von Hand ohne Waschpulver gewaschen werden.

Die Vorbehandlung ohne Chemie

So richtig inspiriert hat mich das E-Book von Rebecca Desnos, dass ich mir vor zwei Jahren gekauft habe.  Inzwischen gibt es auch eine Papierversion des Buches. Beides ist allerdings nur auf Englisch erhältlich.
Rebecca behandelt die Stoffe mit Sojamilch anstatt chemische Beize zu verwenden. Ein echter Pluspunkt, wie ich finde.
Die Milch wird selbst hergestellt, indem man Sojabohnen einweicht, püriert und durch ein Tuch ausdrückt. Dann wird der gewaschene Stoff leicht angefeuchtet in die Sojamilch gelegt und später ohne auswaschen zum Trocknen aufgehängt. Die Proteine vom Soja helfen der Farbe tiefer in das Gewebe einzudringen und garantieren eine bessere Haltbarkeit der Farbe nach dem Waschen. So kann auf ein chemisches Beizmittel verzichtet werden.

Die Pflanzenwahl

Ich habe bereits Färbeerfahrungen mit Avocadosteinen, Holunderbeeren, Heidelbeeren, Goldrute und Ringelblumen. Außerdem habe ich auch schon mit Kaffee und schwarzem Tee gearbeitet.
Die Avocado gehört dabei zu meinen absoluten Lieblingen. Man kann sowohl mit der Haut als auch mit dem Stein färben. Die Farbe kann je nach Dauer des Färbens richtig intensiv werden und ist sehr schön.
Auch andere Rosa und -Lilatöne, die z.B. beim Färben mit Heidelbeeren oder Holunderbeeren entstehen, können sehr kräftig sein, verlieren aber oft durch Licht und Waschen anIntensität.

In Rebeccas Buch kann man sehr gut nachschauen welche Pflanze welchen Farbton erzeugt und sich danach überlegen, in welche Richtung man selbst gehen möchte. Oder aber man macht es wie die Engländerin und experimentiert mit Pflanzen und lässt sich überraschen.

Das Färben mit Avocadosteinen

Meine gesammelten Avocaodosteine habe ich in einem großen Topf gegeben und mit Wasser bedeckt. Rebecca gibt den Tipp, die Pflanzenteile nicht zu kochen, sondern nur leicht zu erhitzen.


Nach einer Stunde habe ich den Inhalt des Topfs abkühlen lassen und durch ein altes Musselintuch gedrückt. Danach habe ich die matschigen Kerne ein weiteres Mal erhitzt und den Vorgang wiederholt und noch mehr Farbe erhalten.


Die erhaltene Farbe habe ich mit Wasser aufgefüllt und die Stoffe hinein gegeben und umgerührt.
Es ist dann übrigens egal mit wie viel Wasser man nun den Sud verdünnt. Die Anzahl der Farbpartikel bleibt gleich. Lediglich die Dauer des Färbens kann sich ändern.

Den Topf habe ich zurück auf den Herd gestellt und wieder leicht erhitzt und für 24 Stunden stehen lassen. Nach einigen Stunden habe ich den Herd abgeschaltet und den Stoff einfach nur noch ziehen lassen. Mehrmals umrühren ist dabei wichtig.

Nach dem Färben wird der Stoff zuerst unter lauwarmen Wasser ausgewaschen, dann mit einem sanften Waschmittel in der Maschine gespült und an einem schattigen Platz getrocknet.

Weiterverarbeitung der Stoffe

Die “neuen” Stoffe warten darauf zu einer Tasche, einem Kleidungsstück oder Teil einer Patchworkdecke zu werden.
Spaß macht es auch sie zu bedrucken bevor man sie vernäht. Ich habe in meinem Beispiel einen Stempel von Stempeljazz verwendet.
Und ein bisschen schwer fällt es einem am Ende auch, den schönen Stoff zu zerschneiden – wie das eben bei Lieblingsstoffen so ist.

                 Einsatz aus Seide, gefärbt mit Holunderbeeren

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Kommentare zu diesem Artikel

14 Responses

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  • Gabi

    Toller Beitrag! Den Hinweisen zum Fixieren muss ich mich *leider* anschließen.

    Last euch den Spaß am Stoff nicht verderben – hinterfragendes Drucken und Färben ist einfach super und macht Spaß!!!

    Als Allergiegeplagte und Aluminiumsalze (z.B. Allaun)-Skeptiker, hab ich auch schon einiges probiert. Da ich mich Beruflich mit Chemie befasse, beurteile ich immer die Inhalts- und Hilfsstoffe – egal ob “künstlich oder natürliche Chemie”! Färben hat nun mal was mit Farbstoffen und der Kunst diese auf dem Stoff zu halten zu tun.

    Ich bevorzuge möglichst wenig schädliche Methoden, d.h. keine Schwermetalle (armes Abwasser) und wenn vorhanden keine allergie- oder krebsauslösende Farben. Hier wird es gemein, denn auch die Pflanzenfarbstoffe stehen inzwischen – je nach Farbton- unter Verdacht.

    Ein tolles Gelb kriegt man mit Kurkuma – Farbechtheit relativ gut. Hier benötigt man nicht unbedingt eine Beize.

    Zum Kommentar, dass ein Aluminiumtof toll sei – ja wenn man Aluminium als Beize nimmt – klar funktioniert das!!! Hier wird auf das “natürliche” entstehen von Alluminiumsalzen aus dem Topfmaterial vertraut (alles Saure fördert die Alluminiumsaltzbildung)- unwissentlich wahrscheinlich!

    Mein persönliches Fazit. Farbstoffe die mit den Fasern eine Verbindung eingehen, halten länger und landen damit beim Schwitzen auch weniger auf der Haut. Das kann ein Pflanzlicher Farbstoff sein – oder ein künstlich hergestellter. Bei der Technik mit Beizen, achte ich darauf, ob die Beize zum Sondermüll muss! oder in den Abguss darf. Schutzausrüstund – Handschuhe ist immer gut!

    Also gut informieren, Schützen – loslegen und Spaß haben!!!

    • Janina

      Vielen Dank für deinen Beitrag! Das klingt sehr interessant. Und ich bin auch deiner Meinung: bloß nicht den Spaß verlieren!
      Viele Grüße von Janina

    • monika

      DANKE, Gabi, Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht ! So machen wir es !
      Liebe Janina, Du hast einen sehr lehrreichen Austausch erreicht !
      Gruß an Euch beide
      monika

  • Dorle Budde-van Der Helm

    Hallo, mit Durchlesen des Pflanzenfärbe-Artikels sind mir doch ein paar Ungereimtheiten aufgefallen.
    Es färbt sich einfacher und lichtechter mit rein tierischen Fasern, Wolle, Seide.
    Auch wenn die eine Vorbeize mit Alaun benötigen. Pflanzliche Stoffe – Baumwolle/Leinen- sind viel schwieriger und meist nicht so intensiv. Diese Stoffe müssen vorab mit Soda ausgekocht werden und dann mit Soja oder Alaun gebeizt werden. Gerade Färbungen mit Beeren – Holunderbeere- sind zum Einen nicht sehr lichtecht und verlieren zum Anderen beim Waschen die Farbe und werden gräulich.
    Hab mich nun im letzten Jahr bedingt durch das Hobby Mittelalter /Wikingerdarstellung ganz viel damit beschäftigt und ausprobiert.
    Färben mit Pflanzen ist nun mal eine Wissenschaft für sich, aber ungemein spannend und vielfältig. Und jedesmal eine Überraschung und anders. 🐿

    • Janina

      Hallo Dorle,
      vielen Dank für dein Kommentar.
      Mit Seide und Wolle habe ich mich bisher noch nicht befasst. Wenn die Ergebnisse darauf noch intensiver sind, dann umso besser.
      Ich verwende Soja als Beize, bin mir aber auch klar darüber, dass Alaun zu einem intensiveres Ergebnis führen würde.
      Ich freue mich auch schon darauf, noch mehr zu experimentieren und ich bin ganz deiner Meinung: Es ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Und es macht viel Spaß.
      Viele Grüße!

  • Ulrike Nolte

    Hallo zusammen,
    ich finde es schön, wenn man sich im Naturfärben versucht und so ausprobiert, wie unsere Altvorderen zu den z.T. unglaublichen Farben gekommen sind, die man heute noch in Museen an überlieferten Stoffen und Kleidungsstücken betrachten kann. Aber …

    Als Naturfärberin, die das nun schon seit einigen Jahren mit Wolle, Seide, Leinen und Baumwolle praktiziert, muss ich leider mit ein paar Mythen aufräumen, die durch den Beitrag wieder hochkommen.
    1. ganz ohne Chemie (in dem Fall Alaun oder bei Leinen Tanin für die Beize) geht es NICHT! Mit Sojamilch kann man nicht beizen. Ich wüsste nicht, dass Soja entweder Tanine oder einen dem Alaun vergleichbaren Stoff enthält, der die Fasern besonders aufnahmefähig für Farbe macht. Die soll ja auch dauerhaft halten.
    2. Längst nicht alle Pflanzenfarben sind wasch- und lichtecht. Die hier genannten Heidelbeeren, Holunderbeeren und Avocadosteine sind das ganz sicher nicht. Auch nicht auf Wolle oder Seide. Diese Farben werden über kurz oder lang völlig ausbleichen, nachdem sie mehrmals ihre Farbe geändert haben (Holunder wird mit der Zeit dunkelgrau, dann grau, dann hellgrau, dann ganz blass. Das gleiche passiert mit Heidelbeeren. Avocado habe ich noch nicht ausprobiert, dieses Material fehlt im Allmanach für Pflanzenfarben völlig.
    3. Die Aussage, dass man mit Pflanzenfarben nur blasse Töne färben kann, stimmt so nicht. Es kommt auf das Verhältnis Färbematerial zum Stoffgewicht an. Das beträgt bei getrocknetem Färbematerial 1:2, also 1 Teil Stoff, 2 Teile getrocknete und ggf. zerkleinerte Pflanzenteile. Bei frischem Färbematerial beträgt das Verhältnis sogar 1:4, also doppelt so viel Pflanzenmaterial.
    4. Es gibt Pflanzenteile von der Walnuss – und zwar die grüne Hülle über der Nuss – die sehr gut und auch haltbar färben (ein tolles Schokobraun bis Hellbeige). Diese Pflanzenteile werden geerntet, wenn die Nüsse beginnen zu reifen. Sie müssen dann fermentiert und/oder ausgekocht werden und können dann ohne jede Beize zur Färbung (ausgekocht als Brühe oder als Kontaktfärbung – 1 Std. bei mindestens 60°C) benutzt werden. Das funktioniert deshalb, weil die grünen Schalen Tanine enthalten. Das funktioniert auch mit den Blättern, aber man braucht mehr frisches Material weil die nicht ganz so viele Tanine enthalten. Färben mit den braunen Nussschalen oder gar den Nüssen funktioniert nicht.

    Man kann auch mit Rhabarber beizen und gleichzeitig Färben (blasses Gelb). Dazu nimmt man die Blätter und zerkleinert sie grob. Anschleißend kocht man sie aus und lässt dann Wolle oder Seide im Farbsud bei mindestens 60°C eine Stunde lang ziehen. Die Farbe ist sehr haltbar und lässt sich dann mit anderen Farben auch weiter entwickeln.

    Es gehört schon einiges an Wissen dazu (auch über die Chemie), die Pflanzenfärberei für sich zu nutzen. Was natürlich keinesfalls heißen soll, dass man nicht experimentieren soll. Aber falsche Hoffnungen sollte man sich besser nicht machen. Schnell ist ein teurer Stoff dahin, wenn nicht das heraus kommt, was man sich erhofft hat. Das gehört im Übrigen auch noch unbedingt dazu: das Wissen, welche Fasern sich besonders zum Färben eignen. Hier steht die reine Schafwolle und die Seide (Seide schluckt Farbstoff, man braucht also mehr davon) an allererster Stelle. Dann folgt die Baumwolle. Leinen zu färben ist dann noch mal eine ganz andere Hausnummer.

    Es gibt sehr gute deutschsprachige Bücher über das Färben mit Pflanzen. An erster Stelle ist Eberhard Prinz zu nennen: auf seiner Homepage kann man viel über die Pflanzenfärberei nachlesen. Weiter wäre da noch das Buch von Dorothea Fischer zu nennen (Färben mit Pflanzenfarben auf Wolle und Seide – gibt es glaub ich auch als e-book). Auf Facebook gibt es eine sehr gute Gruppe, die sich mit dem Thema Pflanzenfarben auseinander setzt.

    Wer sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt, wird viele Mitstreiter finden. Es ist eine ganz spannende und auch befriedigende Betätigung.

    Liebe Grüße und ganz viel Spaß beim Ausprobieren

    • monika

      DANKE für den ausführlichen Bericht, liebe Ulrike! Das sind auch meine Erfahrungen. Aber ich lerne gern dazu.
      LG monika

    • Janina

      Hallo Ulrike,
      vielen Dank für dein ausführliches Kommentar.

      Es ist schön, jemanden hier zu treffen, der schon so viel Erfahrung hat.
      Mein Artikel soll eine “Inspiration” zum Färben mit Pflanzen sein und das mit möglichst wenig Chemie. Gerade dieser Aspekt hat mich so begeistert, dass ich ihn weitergeben wollte. Sicherlich ist mit Alaun und co mehr herauszuholen. Aber meine Ergebnisse gefallen mir auch so.

      Soja funktioniert tatsächlich als Beize und kann für tierische und pflanzliche Fasern eingesetzt werden. Es ist eine jahrhundert alte Methode die von vielen Kulturen rund um den Globus eingesetzt wurde und wird.

      Avocado ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Die Kerne und auch die Schale enthalten viele Tannine. Pflanzliche Stoffe lassen sich ganz wunderbar damit färben ( und tierische Fasern natürlich auch). Meine Baumwolle sieht auch nach dem Waschen noch ganz wunderbar aus.

      Dass “nur” blasse Töne erzeugt werden habe ich ürbigens so nicht geschrieben – bitte noch einmal lesen. Trotzdem entschuldige ich mich, wenn dieser Satz falsch verstanden wird. Gemeint ist der Vergleich zu chemischer Färbung – also zu grellen und unnatürlichen Farben.

      Vielen Dank für die Aufzählung von deutschsprachigen Büchern über das Färben mit Pflanzen. Das ist sehr hilfreich.

      Viele Grüße von Janina

      • Ulrike Nolte

        Hallo Janina,
        also …. wer sich mit Pflanzenfarben beschäftigt weiß, dass Alaun ein natürliches Mittel ist, das in der Natur vorkommt. Wir bleiben also beim Thema Natur.

        Kräftige Farben bekommt man ganz grundsätzlich, wenn man das Verhältnis Färbemittel zum Gewicht des Färbeguts beachtet. Genau wie ich es beschrieben habe. Beize: Alaun oder auch Rhabarberblätter oder reines Tanin (ebenfalls natürlich). Getrocknetes Material in doppelter Menge (Gewicht), frisches Material in 4-facher Menge (Gewicht).

        Ich hatte in meiner Aufzählung die Zwiebelschalen vergessen: Gelbe Schalen ergeben (wenn man die richtige Menge im Verhältnis zum Gewicht des zu färenden Materials nimmt) ein leuchtendes Goldgelb, wenn man rote Zwiebelschalen nimmt (ebenfalls im richtigen Verhältnis), erhält man ein leuchtendes Gelbgrün. Das sind wundervoll kräftige Farben. Ein zweiter und dritter Färbezug ergibt jeweils eine hellere Farbvariante in immer noch strahlender Qualität. Ganz ohne Beize übrigens und auf Wolle und Seide. Und das Beispiel mit den grünen Schalen der Walnuss, die ohne Beize ein kräftiges Braun ergeben, zeigt doch ebenfalls, dass die Aussage mit den blassen Farben so nicht stimmen kann. Probiere es aus. Du wirst Dich wundern. Irgendwo liegen noch meine Versuchsfärbungen, die ich damit gemacht habe.

        Mit dem Soja bin ich nicht so ganz einig, aber ich werde mich bei den Pflanzenfärberinnen schlau machen, die das Ganze mehr oder weniger fast schon wissenschaftlich betreiben. Die haben sehr viel mehr Ahnung als ich.

        Wenn Dir Deine Ergebnisse gefallen, soll es mir recht sein. Aber ich wollte andeuten, dass es wesentlich anders aussehen kann. Das Ausbleichen bei der Wäsche und vom Licht passieren im Übrigen nicht innerhalb weniger Wäschen oder Sonnenstunden. Aber um ein Beispiel zu nennen: einer meiner ersten Versuche waren Holunderbeeren aus dem eigenen Garten, im richtigen Verhältnis zum Gewicht der Wolle, die ich damit gefärbt habe. Innerhalb etwa eines Jahres ist die wirklich dunkle Farbe fast ohne Lichteinwirkung (der Strang lag in meiner verschlossenen Färbekiste) in Grau verblichen. Trotz Beize in der s.g. Kaltbeize. Es ist also schon wichtig zu wissen, was es mit der Licht- und Waschechtheit auf sich hat.

        Liebe Grüße
        Ulrike

  • monika

    Liebe Janina, DANKE für Deinen Beitrag. Ich bin sehr interessiert, da ich schon viiiiele Versuche mit Pflanzen gemacht habe, aber alles daran scheiterte, dass die Stoffe dann leider nicht farbecht waren. So blieb ich beim Indigo, der/das ? aber auch ein bisschen Chemie braucht.
    Übrigens: alte Spitzen lassen sich auch sehr gut färben.
    LG monika

    • Janina

      Liebe Monika, das finde ich schön, dass du auch schon mit Pflanzen gefärbt hast. Wenn du englisch gut lesen kannst, empfehle ich dir sehr das Buch “Botanical Colour at your fingertips” von Rebecca Desnos. Sie weiß unheimlich viel über das Färebn und gibt auch den Tipp einen Aluminium Topf zu verwenden um dessen positiven Eigenschaften zu nutzen.
      Dein Tipp mit der alten Spitze finde ich auch super! Das werde ich mal versuchen!
      Liebe Grüße von Janina

  • Klothilde

    Hallo Janina, dein Beitrag klingt sehr interessant. Mich würde noch interessieren, sind die Stoffe waschbar ohne Fixierung? viele Grüsse Klothilde

    • Janina

      Hallo Klothilde,
      das ist eine gute Frage. Mein Wunsch ist es, wie Rebecca ohne Fixierung zu färben. Pflanzengefärbte Stoffe brauchen eine spezielle Behandlung, wie z.B. dass sie am besten in einem dunklen Schrank aufbewahrt werden. Auch häufiges waschen ist ein Problem.
      Es gibt Pflanzen die von Natur aus mehr Tannine enthalten und dadurch farbechter sind. Dazu gehören z.B. Avocados, Granatäpfel und schwarzer Tee.
      Wenn man ohne chemische Hilfmittel arbeiten möchte, muss man aber schon damit leben, dass die Stoffe schneller ausbleichen als industriegefärbte Stoffe. Meine Avocado-Stoffe sehen aber immer noch super aus. Die Holunderbeere ist mit der Zeit verblasst. Das stört mich aber nicht.

      Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten. Viele hilfreiche Tipps zu diesem Thema findest du in dem englischsprachigen Buch von Rebbeca Desnos.
      Viele Grüße von Janina

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