Kreative Artikel zum Thema Nähen

Lesekissen mit Überzug nähen – Upcycling-Kissen

Es gibt diese gewissen Erstlingsnähwerke, die nie in die Öffentlichkeit gelangen. Völlig zu Recht! Ich habe ein Kissen, einen sogenannten “Leseknochen”, das an Schönheit leicht zu überbieten ist.
In einem früheren Post habe ich schon eine Wärmflaschenhülle thematisiert, die in einer ähnlichen Zeit entstanden ist. Warum erzähle ich von Dingen, die niemand sehen soll? Diese Nähwerke haben eines gemeinsam: sie werden benutzt. Und zwar seit Jahren. 

Lesekissen nähen

Mein uraltes Nackenkissen ist perfekt, um ein paar Buchseiten abends im Bett oder auf der Couch zu lesen. Es wurde jedoch mit den Jahren so oft gewaschen, dass der Baumwollstoff an diversen Stellen schon fadenscheinig ist. Die Nähte gingen von der Beanspruchung auf und es deutet schon lange alles darauf hin: ich muss es nochmal nähen. In hübsch. Und in noch praktischer. Und heute ist es soweit.

Schnittmuster für Leseknochen oder dreieckige Nackenkissen gibt es im Netz zu genüge. Ich möchte genau meines nochmal haben und ich werde dafür die alten Teile upcyceln. Das alte Kissen war einfach ein Kissen ohne Überzug. Das war unpraktisch, denn es musste immer das komplette Kissen gewaschen werden. Heute weiß ich es besser und möchte deshalb ein Kissen mit Überzug nähen. 

Dazu „schlachte“ ich das alte Kissen und lege die Füllung bei Seite. Sie kommt später in das Innenteil meines neuen Lesekissens. Die alte Hülle nutze ich als Schablone für das neue Kissen und die zugehörige Hülle.

Für das Innenteil kann man jeden beliebigen Innenstoff nutzen. Ich verwende ein Gewebe, in das unsere neue Couch verpackt war. Ich hatte es aufgehoben, um es als „Schnittmusterpapier“ zu nutzen, aber wo ich es eben so im Nähzimmer liegen sah, erinnerte es mich einfach zu stark an die Stoffe aus denen Kisseninlays gemacht sind. 

Inlay / Innenkissen

Wir starten mit dem Innenteil des Kissens. Es braucht drei gleiche Teile, die jeweils zur Hälfte aneinander genäht werden. Wichtig ist also die Markierung für die Hälfte. Und, aus den bekannten Gründen, auch eine für die spätere Wendeöffnung. Letztere könnt ihr natürlich auch weglassen, dann trennt ihr eben nachher. 😉 


Das erste und zweite Teil werden an einer Hälfte genau bis zur Markierung der Mitte (rechts auf rechts) aneinander genäht. 

Eine Hälfte wird nach oben geklappt…

Zwei Kissenteile werden rechts auf rechts zusammengenäht
… und das dritte Teil wird darauf gesteckt. Hier nähe ich erst die eine, dann die andere Seite. Achtung, dass nicht die zuvor genähte Naht nochmal mit eingefasst wird.
Die Nahtzugabe schneide ich in den Rundungen und seitlich (wo sich die drei Teile treffen) ein.

Das Kissen ist fertig, muss aber noch gewendet werden

Das Kissen ist jetzt fertig und kann gewendet werden. 

Kissen füllen

Nun kommt der aufwändigste Teil des ganzen Projekts: je kleiner die Füllwatte, desto schöner und gleichmäßiger wird später das Kissen. Ich zupfe also wirklich kleine Stückchen von der am Anfang zur Seite gelegten Füllung ab. Die Stückchen ziehe ich auch noch auseinander, damit sie richtig schön fluffig sind.

Kissen mit offener Wendeöffnung.

Stunden später schließe ich die Wendeöffnung. Nun muss noch ein schöner Überzug her…

Kissenhülle nähen für den Leseknochen

Meine Überzug wird aus Waffelpiquee genäht. Statt wie vorhin drei gleiche Teile auszuschneiden, schneide ich zwei Teile aus. Das dritte Stück teile ich so, dass sich der Mittelteil großzügig überlappt. Hier möchte ich eine Art Hotelverschluss haben. 


Wer lieber einen Reißverschluss am Kissen möchte, kann diesen auch ganz einfach zwischen den drei Seiten einnähen oder die Rückseite teilen. Natürlich dann ohne die Überlappung.
Ich starte mit der Kissenöffnung.

Die beiden Teile werden versäubert und schön umgenäht. Dann stecke ich sie so aufeinander, dass sie die Größe der anderen beiden Teile haben. Am besten beide Schnittteile innerhalb der Nahtzugabe fixieren. 


Jetzt haben wir wieder drei gleichgroße Seitenteile und nähen diese wie zuvor das Innenteil zusammen. Erst eins auf zwei zur Hälfte, dann drei auf eins und zwei.
Nur die Wendeöffnung braucht es nicht, wir haben ja eine Öffnung im Kissen. Wer einen Reißverschluss eingenäht hat, öffnet ihn bitte vor dem Nähen!

Fertig ist das neue Kissen mit Überzug. Der Überzug lässt sich problemlos in der Waschmaschine waschen. So kann das Kissen auch mal zwischen Garten und Bett wechseln.



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Kommentare zu diesem Artikel

5 Antworten

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    • Änni

      Das geht eigentlich aus der Überschrift und den ersten Zeilen des Beitrags hervor: ein Kissen.
      Ob man die Form jetzt wirklich als Knochenform erkennt, sei mal dahingestellt, aber ich habe den Namen gerne übernommen, da ich ja darauf verweise, dass es genügend Schnittmuster gibt und mit diesem Stichwort dann die Suchmaschine bemüht werden kann. “Praktisches Nackenkissen zum gemütlichen Lesen” war mir zu lang 😉
      Liebe Grüße, Änni

    • Änni

      Liebe Kathrin, im Text steht, dass ich das Schnittmuster von einem alten Kissen abgenommen habe und es genügend Freebooks dazu im Netz gibt. Wenn Du nun aber ein ganz ähnliches zu meinem Kissen haben möchtest, kannst Du Dir leicht einen Schnitt selbst erstellen:
      Im dritten Bild von oben siehst Du meine Schablone (ein Viertel davon), die geraden Seiten sind 30 cm und 15 cm lang, beide im Bruch. Die leichte “Knochenform” kannst Du freihand anzeichnen.
      Viel Spaß beim Nähen, Änni

  • Ramona Willi

    Super Idee. Bei uns im Haus „fahren“ auch mehrere Leseknochen herum. Ich habe sie zwar damals mit Reißverschluss genäht, um die Füllung anpassen der Austauschen zu können, aber gerade jetzt im Sommer ist ein Überzug eine gute Sache. Das muss ich auf meine Nähliste setzen.

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